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Corona-Krise: Paris und Zürich werden zu den teuersten Städten (weltweit)

Französische Fahne über der Skyline von Paris
Französische Fahne über der Skyline von Paris   -   Copyright  Francois Mori/AP
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Paris und Zürich sind zusammen mit Hongkong zu den teuersten Städten der Welt aufgestiegen. Schuld daran ist - mal wieder - die Corona-Krise, die sich auf die Preise von Gütern des täglichen Bedarfs niedergeschlagen hat.

Die französische Hauptstadt und Zürich überholten Singapur und Osaka und belegen gemeinsam mit Hongkong den ersten Platz im jüngsten Lebenshaltungskosten-Index der "Economist Intelligence Unit" (EIU).

Der Index hat die Preise von 138 Gütern und Dienstleistungen aus rund 130 Städten im September 2020 miteinander verglichen und dabei festgestellt, dass die Preise im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 0,3 Prozent gestiegen sind. Verschiedene Regionen sind davon jedoch unterschiedlich stark betroffen.

Generell ist das Leben in Städten in Amerika, Afrika und Osteuropa günstiger geworden, in westeuropäischen Städten hingegen haben die Preise deutlich angezogen. Zum Teil ist das auf den Anstieg der europäischen Währungen gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen.

Preisanstieg vor allem in Westeuropa zu beobachten

Genf (auf Rang 7) und Kopenhagen (auf Rang 9) sind die beiden anderen europäischen Städte, die nun in den Top 10 vertreten sind. Singapur, Tel Aviv, Osaka, New York und Los Angeles vervollständigen die Liste.

Singapur und das japanische Osaka, das im vergangenen Jahr mit Hongkong die Spitzenposition einnahm, sind durch die Abwanderung ausländischer Arbeitskräfte, die zu einem Rückgang der Nachfrage und damit der Preise geführt hat, günstiger geworden. In Japan hat die Regierung besipielsweise den öffentlichen Verkehr subventioniert.

Der Lebenshaltungskosten-Index hält fest, dass die Preise durch fünf Haupttrends beeinflusst wurden: Währungsschwankungen, Probleme in der Lieferkette, die die Verknappung bestimmter Waren (wie Nudeln und Toilettenpapier) mit sich führt, Regierungmaßnahmen wie Preisbeschränkungen, eine größere Vorsicht der Verbraucher aus Angst, dass ihre Einkommen von der Krise betroffen sein könnten, und Veränderungen im Lebensstil.

Ebenso wurde festgestellt, dass sich eine Verschiebung dessen abzeichnet, was die Verbraucher als "wesentlich" ansehen, und dass preisbewusste Verbraucher sich für billigere Alternativen entschieden haben. Dadurch nimmt ein größerer Wettbewerb um weniger teure Waren zu.

Preise für Alkohol und Tabak schnellen nach oben

Die Preise von Qualitätsprodukten blieben jedoch relativ unbeeinflusst, da Spitzenverdiener zwar weniger häufig einkauften, aber ihre Gewohnheiten nicht wesentlich geändert haben.

Auch bei den Grundnahrungsmittel sind die Preise insgesamt stabil geblieben, lediglich Alkohol und Tabak bilden eine Ausnahme: dort sind die Preise gestiegen. Letzterer verzeichnete den höchsten Anstieg im Jahresvergleich unter allen Verbrauchsgütern.

Neben dem Tabak sind vor allem die durchschnittlichen Preise von Freizeitartikeln und Dienstleistungen - wie Bücher und Unterhaltungselektronik - in die Höhe geschnellt.

Die einzige Kategorie, für die der Index einen Preisrückgang aufweist, war der Modemarkt, was vermutlich auf die geringe Nachfrage während des Lockdowns zurückzuführen ist - als die meisten nicht systemrelevanten Geschäfte für rund zwei Monate geschlossen blieben.

Südamerikas Städte werden günstiger, Schlusslicht Caracas

Die Städte Teheran, Perth und Guangzhou waren die größten Aufsteiger des Lebenshaltungs-Index im Vergleich zum Vorjahr, blieben aber auf den Plätzen 79, letztere teilten sich den 62. Rang

Im Fall der iranischen Hauptstadt, die im Vergleich zum Vorjahr um 27 Plätze zulegte, wurden die Preise durch die US-Sanktionen beeinflusst, die sich auf das Warenangebot ausgewirkt haben.

Die isländische Hauptstadt Reykjavik, Sao Paulo und Rio de Janeiro waren die Städte, die in der Rangliste der Lebenshaltungskosten am stärksten "abgestiegen" sind. In Südamerika macht sich vor allem die schwache Währung bemerkbar, das Armutsniveau ist zudem stark gestiegen.

Die Städte mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten weltweit sind Damaskus (Syrien), Taschkent (Usbekistan), Lusaka (Sambia) und die venezolanische Hauptstadt Caracas.

Die EIU geht davon aus, dass die Preis-Trends im Jahr 2021 fortsetzen werden, da die Weltwirtschaft vor 2022 wahrscheinlich noch nicht wieder von der Corona-Pandemie erholt haben wird.