Macht die Corona-Krise Jens Spahn zum Kanzlerkandidaten?

Hievt die Corona-Krise Jens Spahn in höhere Ämter? Der deutsche Gesundheitsminister hat in der Pandemie an Beliebtheit gewonnen, so dass über Ambitionen auf den CDU-Vorsitz und gar die Kanzlerkandidatur spekuliert wird. Am 16. Januar will die CDU in einem Online-Parteitag einen neuen Parteivorsitzenden wählen.
Offiziell haben bisher Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz ihren Hut in den Ring geworfen. Spahn ist bisher als Teampartner von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet gesetzt. Aber auch Außenpolitiker Röttgen bemüht sich um Spahn, er sicherte ihm im Interview mit der "Welt" den Verbleib im CDU-Präsidium zu, sollte er Vorsitzender werden. Klar scheint, an dem 40-jährigen Spahn führt in der CDU kein Weg vorbei, obwohl er selbst zumindest offiziell bisher weder Ambitionen auf den Parteivorsitz, geschweige denn auf die Kanzlerschaft geäußert hat.
Oder macht es doch Söder?
Ein anderer, der offiziell nichts will, ist Markus Söder. Auch der CSU-Chef machte sich in der Corona-Pandemie als Krisenmanager beliebt. In Umfragen wurde er mehrfach als Wunsch-Kanzlerkandidat genannt. Der bayerische Ministerpräsident betont jedoch immer wieder, dass sein Platz im Freistaat sei.
Rund zwei Wochen vor dem CDU-Parteitag ist also alles andere als klar, wer Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer wird und noch unsicherer, wer Kanzlerkandidat der Union. Womöglich wird darüber erst im Frühjahr entschieden.