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Kein Handschlag, aber Gespräche und ein Programm für Berg-Karabach

Von euronews
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Pressestatement nach dem Treffen
Pressestatement nach dem Treffen   -   Copyright  Mikhail Klimentyev, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP
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Der armenische Regierungschef und der Präsident Aserbaidschans gaben sich zwar nicht die Hand gegeben, aber grüßten immerhin Wladimir Putin, auf dessen Initiative das Treffen der beiden im Kreml stattfand.

Unter Vermittlung des Kremlchefs vereinbarten die verfeindeten Nachbarn Aserbaidschan und Armenien neue Schritte für einen Wiederaufbau der umkämpften Südkaukasusregion Berg-Karabach.

Dazu gehört auch die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Wiederherstellung der Wirtschafts- und Verkehrsverbindungen in der Region.

Putin betonte nach dem etwa vierstündigen Treffen, das mit Unterstützung von Russland ausgehandelte Waffenstillstandsabkommen sei weitgehend eingehalten worden.

Viele offene Fragen

Aserbaidschans Staatschef Ilham Aliyev sagte, er schließe sich den Worten des russischen Präsidenten an, die Vereinbarungen gäben Zuversicht, dass der Berg-Karabach-Konflikt zur Vergangenheit gehöre. Man werde an die Zukunft denken, daran, wie man als Nachbarn zusammenleben, die Verkehrswege wieder freigeben und die regionale Stabilität und Sicherheit stärken werde.

Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan erwiderte, der Konflikt sei leider noch nicht beigelegt. Natürlich sei es gelungen, einen Waffenstillstand zu erreichen. Aber es gebe noch viele Fragen, die geklärt werden müssten. Eines dieser Themen sei der Status von Berg-Karabach.

Es war das erste Mal seit dem Ende der Kampfhandlungen am 10. November, dass Paschinjan gemeinsman mit Aliyev und Putin im Kreml vor die Kameras trat.

Paschinjan steht in seiner Heimat unter Druck, weil ihm die Opposition Verrat armenischer Interessen vorwirft.

Waffenruhe brüchig

Die Waffenruhe in der umstrittenen Kaukasusregion wird von etwa 2000 russischen SoldatInnen überwacht, trotzdem gab es Verstöße. Viele Dinge sind weiter ungeklärt. Zuletzt warf Armenien Aserbaidschan vor, festgesetzte armenische SoldatInnen nicht als Kriegsgefangene zu betrachten. Zudem sorgte eine Reise des armenischen Außenministers nach Bergkarabach für Streit. Armenien hatte das in Aserbaidschan liegende Gebiet lange kontrolliert. Bei den jüngsten Kämpfen holte sich Aserbaidschan große Teile zurück.