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Corona-Pandemie: Kommt der dritte Lockdown für Frankreich?

Eine als "Marianne" gekleidete Demonstrantin, dem Symbol der französischen Republik seit 1789, läuft neben Polizeibeamten bei einem "Marsch für die Freiheit", 23.01.21
Eine als "Marianne" gekleidete Demonstrantin, dem Symbol der französischen Republik seit 1789, läuft neben Polizeibeamten bei einem "Marsch für die Freiheit", 23.01.21   -   Copyright  Michel Euler/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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An diesem Mittwoch (27. Januar) wird Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verkünden, ob ein weiterer Lockdown im Land ansteht. Es wäre der dritte seit dem Beginn der Pandemie. Offiziell heißt es, dass "alle Karten auf dem Tisch liegen", einschließlich des Status quo oder sogar einer Lockerung der Maßnahmen, falls die Neuinfektionskurve in den kommenden Tagen abflachen sollte.

Ein höchst unwahrscheinliches Szenario, denn seit gut drei Wochen verzeichnet Frankreich durchschnittlich 20.000 Neuinfektionen pro Tag und zwischen 200 und 600 Todesfällen.

Eine strenge Ausgangssperre, die zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens gilt, ist seit dem 16. Dezember in Kraft, sie wurde am 16. Januar noch einmal verschärft und auf 18 Uhr herabgesetzt. An den steigenden Neuinfektionszahlen hat das jedoch nichts geändert.

Dritter Lockdown unausweichlich?

Erst am Sonntag hatte Frankreichs oberster medizinischer Berater Prof. Jean-Francois Delfraissy erklärt, dass er zur Bekämpfung der Pandemie einen dritter nationaler Lockdown für unausweichlich hält. Er sprach von einem "Notfall" und forderte die Regierung angesichts der Ausbreitung neuer Varianten zu schnellem Handeln auf.

"Je schneller eine Entscheidung getroffen wird, desto effektiver ist sie und desto zeitlich begrenzter kann sie sein. Wir befinden uns in einer Woche, die kritisch ist", so Delfraissy.

Prof. Delfraissy zufolge mache die ansteckendere Variante, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, nun zwischen 7-9 Prozent der Fälle in einigen französischen Regionen aus. Aus seiner Sicht werde diese noch schwerer zu stoppen sein.

"Wenn wir die Vorschriften nicht verschärfen, werden wir uns ab Mitte März in einer extrem schwierigen Situation befinden", warnte der Berater in einem Interview mit dem Fernsehsender BFM.

Erst kürzlich Einreisebeschränkungen verschärft

Frankreich hatte am vergangenen Sonntag mehr als 73.000 Corona-Todesfälle registriert. Erst am Samstag waren neue Einreisebeschränkungen in Kraft getreten.

Demnach müssen Einreisende aus der EU oder außerhalb, die mit dem Flugzeug oder der Fähre ankommen, einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Für Menschen, die per Zug oder mit dem Auto einreisen, einschließlich Pendler, gilt das nicht. Ihnen wird nachgelegt, sich nach Ankunft im Land in 7-tägige Isolation zu begeben und danach einen PCR-Test zu machen.

Zwar hatte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, letzte Woche erklärt, dass von allen nicht lebensnotwendigen Reisen "dringend abgeraten werden muss", bislang haben sich die EU-Staaten darauf verständigt, die Grenzen offen zu halten.

Weitere Quellen • Le Monde, BFM TV