Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Söder: „Das Impfen entwickelt sich zunehmend zu einem echten Problem“

euronews_icons_loading
Markus Söder
Markus Söder   -   Copyright  HANNIBAL HANSCHKE/AFP or licensors
Schriftgrösse Aa Aa

Der Ruf nach einer schnelleren Bereitstellung von Covid-19-Impfstoffen wird in Europa immer lauter. Der französische Arzneimittelkonzern Sanofi hat angekündigt, bis Jahresende mindestens 100 Millionen Dosen des von den Konkurrenten Pfizer und Biontech entwickelten Stoffes herzustellen. Zwar arbeitet Sanofi auch an einem eigenen Mittel, ist aber noch weit von einer Zulassung entfernt.

„Es geht deutlich langsamer als möglich"

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert in Sachen Impfen mehr Klarheit. Er sagte wörtlich, es führe zu Verdruss, wenn in anderen Ländern der Welt die Enkel geimpft werden, während in Deutschland die Großeltern auf die Impfung warten. „Aber die Wahrheit ist auch: Das Impfen entwickelt sich zunehmend zu einem echten Problem. Zu einem Problem, weil der Impfstoff einfach fehlt. Es geht deutlich langsamer als möglich. Und entwickelt sich auch psychologisch zu einer Belastung“, sagte Söder.

Die Europäische Union leitet den Druck an die Arzneimittelkonzerne weiter. Diese hätten gesellschaftliche und vertragliche Verpflichtungen, hieß es seitens der Europäischen Kommission, die wissen will, wohin in Europa hergestellte Impfstoffe geliefert werden. Eric Mamer, Sprecher der Europäischen Kommission, erläuterte: „Lassen Sie mich das Wort betonen, das hier wichtig ist: Transparenz. Es geht nicht um das Blockieren, es geht um das Wissen, was die Unternehmen in Gebiete außerhalb der Europäischen Union ausführen oder ausführen werden."

Im Vereinigten Königreich, das gerade den einhunderttausendsten Covid-19-Toten zu beklagen hatte, betonte Gesundheitsminister Matthew Hancock: „Ich rufe alle internationalen Partner auf, gemeinschaftlich zu handeln und eng zusammenzuarbeiten. Protektionismus ist mitten in einer Pandemie nicht der richtige Ansatz.“

Laut Hancock sind in dem Land bisher rund 6,8 Millionen Menschen geimpft worden.

In der Europäischen Union sollen nach Zielvorgabe der EU-Kommission bis zum Sommer mindestens 70 Prozent der Erwachsenen einen Impfstoff gegen die Atemwegserkrankung verabreicht bekommen.