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Corona-Verstoß: Tausende Ultra-Orthodoxe auf Begräbnis in Jerusalem

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Riesenbegräbnis in Jerusalem
Riesenbegräbnis in Jerusalem   -   Copyright  Ariel Schalit/ Associated Press
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In Israel haben Tausende ultra-orthodoxe Juden bei einem Begräbnis gegen die Corona-Auflagen verstoßen. Sie versammelten sich in Jerusalem zur Beisetzung eines wichtigen Rabbiners, der im Alter von 99 Jahren verstorben war und sich zuvor mit Covid-19 infiziert hatte. Die Polizei teilte laut eigenen Angaben Dutzende Strafzettel aus, sagte aber in israelischen Medien, sie sei nicht in der Lage, gegen eine Veranstaltung mit 20.000 Menschen vorzugehen.

Verteidigungsminister Benny Gantz kritisierte die Ultra-Orthodoxen scharf, die sich zu Tausenden versammelten und meistens noch nicht einmal eine Maske trügen, während Millionen Familien und Kinder sich an die Regeln hielten und seien zu Hause eingeschlossen sein. Die Regierung werde das nicht länger dulden. Entweder seien alle im Lockdown, oder keiner.

Impffortschritt: Menschen ab 35 werden sind auch schon dran

In den vergangenen Wochen war es mehrfach zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Ultra-Orthoxen gekommen, die gegen Corona-Maßnahmen verstoßen und dagegen protestiert hatten. Auch Ministepräsident Benjamin Netanjahu rief die Polizei dazu auf, hart gegen alle Regelbrecher vorzugehen. Ihm wird jedoch vorgeworfen, die Ultra-Orthodoxen aus wahltaktischen Gründen gewähren zu lassen. Er hatte in der Vergangenheit mit strengreligiösen Parteien koaliert und in Israel wird im März erneut gewählt.

Unterdessen macht die Impfkampagne weiter Fortschritte. Inzwischen werden auch Menschen ab einem Alter von 35 Jahren geimpft. In Israel hat die Hälfte der Bevölkerung laut dem Onlineportal One World in Data bereits mindestens die erste Dosis erhalten, das ist mehr als in jedem anderen Land der Welt.