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Europa hofft auf Super-Mario - Draghi ist Brüssels Mann der Stunde

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Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi
Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi   -   Copyright  GUGLIELMO MANGIAPANE/AFP
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Für die Europäische Union ist Mario Draghi nicht nur ein bekanntes Gesicht. Er ist der Mann, der den Euro rettete. Die neue italienische Regierung mit dem früheren EZB-Präsidenten an der Spitze ist vom Rest Europas beinahe überschwänglich begrüßt worden.

Ursula von der Leyen sprach von Dragi als einer außergewöhnlichen Quelle, von der auch Europa profitiere. Und Charles Michel sagte, er freue sich darauf, mit Draghi an der wirtschaftlichen Erholung Europas zu arbeiten.

Draghis Priorität werden die Coronavirus-Krise und die Rettungsmaßnahmen sein, für die Italien mehr als 200 Milliarden Euro aus dem EU-weiten HIlfsfonds bekommen hat. Der nationale Rettungsplan wird von parteilosen Experten entlang den politischen EU-Zielen ausgearbeitet.

EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni äußerte sich zuversichtlich. Er habe vollstes Vertrauen, dass die Erfahrung, Ideen und Fähigkeiten Draghis zu einer effizeinten und pro-europäischen Regierung beitrügen.

Draghis profunde Kenntnisse über das Funktionieren der EU dürften nicht nur für Italiens Zukunft von großem Nutzen sein, sondern auch für die Europas, meint Teresa Coratella vom European Council on Foreign Relations. In diesem Jahr werde sich Angela Merkel aus der Politik zurückziehen, somit verliere Europa eine wichtige Akteurin, so diese Analystin. Zudem müsse sich Emmanuel Macron in Frankreich bald seiner Wiederwahl stellen, sodass Draghi eine bedeutende Führungsrolle zu einem delikaten Zeitpunkt zufalle.

Andere sehen in Draghi allerdings nicht gerade den Baumeister eines sozialen Europas nach der Pandemie. Es sei ein wenig eine Fantasie der Wirtschaftsliberalen, man könne mit Hilfe eine Bankers die heutigen Probleme lösen, meint die französische Linksabgeordnete Manon Aubry. Leider dürften die Probleme damit nur größer werden.

Die Erwartungen an Mario Draghi in Italien und Europa sind groß. Die Hoffnung ist, dass er ihnen gerecht wird.

Journalist • Stefan Grobe