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Mit einem Fuß im heute und einem Fuß in der Zukunft

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Jean-Marc Ollagnier
Jean-Marc Ollagnier   -   Copyright  euronews
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Das vergangene Jahr war so turbulent und beunruhigend, dass viele Menschen nur schwer optimistisch in die Zukunft blicken können. Die Vision von Jean-Marc Ollagnier ist daher Balsam für zerrüttete Nerven. Der Franzose ist Europa-Chef des globalen Beratungsunternehmens Accenture. Mit seiner Arbeit steht er "mit einem Fuß im heute und einem Fuß in der Zukunft". Er räumt zwar ein, dass die Gegenwart nicht einfach ist. Aber die Zukunft verspricht Chancen. Außerdem stehen für Ollagnier in Bezug auf die Geopolitik und das Geschäft "die Sterne immer günstiger", um die Dinge richtigzumachen.

Wir alle kennen das alte Sprichwort: "Alles Gute hat einmal ein Ende". Ollagnier geht in Bezug auf die Pandemie von demselben Prinzip aus, aber umgekehrt - alle schlechten Dinge werden zu einem Ende kommen. "Es wird ein Ende dieser Krise geben, wie bei jeder Krise, und wir müssen uns anschauen, was danach kommt, wie die neue Normalität aussehen wird", erklärt er euronews-Reporterin Isabelle Kumar.

Wie für viele der Vordenker, die sie interviewt hat, ist auch für Ollagnier die Pandemie ein Beschleuniger des Wandels in einer Zeit der weltweiten Dringlichkeit. Auf den Punkt gebracht lautet sein Weg nach vorne: "Wir müssen die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, neu gestalten, um auf einfache Weise digitaler zu werden, aber auch nachhaltiger, um mit einer der größten Herausforderungen des Planeten fertig zu werden, nämlich dem Klimawandel."

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Jean-Marc Ollagnier im Disrupted-Gespräch mit Isabelle Kumareuronews

Die Kombination von digitalem und nachhaltigem Wandel führt zu einer schnelleren Erholung

Accenture hat dafür den Begriff "Zwillingstransformation" geprägt: Die Erfolgszutaten der Branche sind die Kopplung von digitalen und nachhaltigen Revolutionen. "Die Unternehmen, die die digitale Technologie beherrschen und die Unternehmen, die die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Strategie stellen, werden wahrscheinlich die Gewinner in dieser zukünftigen Welt sein. Ein perfektes Verständnis dieser beiden Trends, dieser beiden Technologien, wird also entscheidend sein", sagt Ollagnier.

Laut Ollagnier gibt es viel zu tun. Die Aufgabe, die vor ihm liegt, ist, wie für "viele Führungskräfte, diese neuen Märkte, diese neuen Möglichkeiten zu verstehen, sie zu gestalten und sich darauf vorzubereiten und sie seinem Team zu erklären". Covid-19 hat ihm Anhaltspunkte gegeben, wie man dabei vorgehen kann: "Wenn man mit etwas zu tun hat, das man nicht kennt, ist das Beste, was man tun kann, zuzugeben, dass man es nicht weiß. Ich habe immer gedacht, dass Bescheidenheit eine Zier ist, aber jetzt ist es wirklich eine sehr gute Sache, und das ist etwas, womit viele Führungskräfte kämpfen."

Auf die Frage zu seiner Zukunftsvision und wo er Chancen sieht, dass sich die Welt auf das einstellt, was er für den richtigen Weg hält, gibt er eine erfreuliche Antwort: Die Chancen seien hoch. Auf einer Skala von 1 bis 10 setzt er seine Hoffnungen auf 8 und mehr. Also mehr als ein Schimmer, sondern ein dringend benötigtes Leuchtfeuer der Hoffnung am Horizont.