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RKI-Chef Wieler: "Mehr Jugendliche und Kinder werden sich anstecken"

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RKI-Chef Wieler und Gesundheitsminister Spahn heute beim Corona-Briefing.
RKI-Chef Wieler und Gesundheitsminister Spahn heute beim Corona-Briefing.   -   Copyright  Michael Sohn/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Überall in Deutschland das gleiche Bild: Geschäfte, Restaurants, Friseursalons – alles dicht. Die große Frage ist, wie lange noch. Die Infektionszahlen sinken zwar, allerdings nur noch extrem langsam.

Spahn: "Das Erreichte nicht verspielen"

"Das mahnt zur Vorsicht", sagte Jens Spahn heute im Corona-Briefing mit dem Robert Koch-Institut. "Das Bedürfnis nach einem Ende des Lockdowns ist spürbar, es ist geradezu greifbar. Aber wir müssen beim Öffnen sehr behutsam und umsichtig vorgehen, um das Erreichte nicht zu verspielen."

Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitagmorgen über 9100 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 508 Covid-Tote. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 57 und damit ähnlich hoch wie in den vergangenen Tagen. Sorge machen dem RKI die hoch infektiösen Virus-Mutationen.

Wieler: "Mehr Kinder werden sich anstecken"

Für den trotz des Lockdowns kaum noch sinkenden Coronavirus-Zahlen machen Experten die ansteckenderen Virus-Varianten - vor allem die britische Mutation B1.1.7 - verantwortlich. Diese breitet sich in Deutschland immer weiter aus.

RKI-Chef Lothar Wieler mahnt die Bevölkerung: "Weil sich die ansteckenderen Virusvarianten bei uns ausbreiten erwarte ich in den kommenden Wochen auch mehr Ausbrüche unter jüngeren Menschen. Mehr junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder werden sich anstecken. Das Virus hat einen Boost erhalten und es macht große Sprünge und da dürfen wir nicht rückwärts gehen."

Auch Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Institut hält Lockerungen zum derzeitigen Zeitpunkt für fatal.

Umfrage: Immer mehr Deutsche kritisieren Auflagen

Eine aktuelle Umfrage zeigt aber: Immer mehr Deutsche kritisieren die Corona-Auflagen. 27 Prozent der Befragten geht der Lockdown zu weit – das sind fünf Prozent mehr als Anfang Februar.

Auch einige Bundesländer und Städte drängen auf schnellere Lockerungen. Schleswig-Holstein etwa hat eine Corona-Ampel entwickelt: Bei einer niedrigen Inzidenz springt sie auf grün, es kann geöffnet werden. Bei einer hohen Inzidenz treten strenge Maßnahmen in Kraft – wie im Hotspot Flensburg.

Dort gilt wegen vieler Neuinfektionen ab dem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre. Die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt wird vom RKI an diesem Freitag mit 177,5 angegeben.

Einige fordern, ganz Deutschland solle ein solches Stufensystem übernehmen.

Doch in Berlin stehen die Zeichen auf Vorsicht. Ein möglicher Fahrplan raus aus der Schließung wird frühestens am 3. März abgestimmt. Dann trifft Angela Merkel die Länderchefinnen und –chefs zum nächsten Corona-Gipfel.