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Hilferuf aus Dubai: Sorge um Prinzessin Latifa wächst

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Hilferuf aus Dubai: Sorge um Prinzessin Latifa wächst
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International wächst die Sorge um Prinzessin Latifa, die Tochter des Emirs von Dubai. Nun wollen Vertreter der UNO den Fall der entführten jungen Frau untersuchen.

Latifa: "Ich fürchte um mein Leben"

Zuvor war ein heimlich aufgenommener Hilferuf Latifas aus der Gefangenschaft in Dubai aufgetaucht - offenbar ist er schon rund zwei Jahre alt.

In ihrer Videobotschaft sagt Latifa, dass sie um ihr Leben fürchtet: "Ich befinde mich in einer Villa und diese Villa wurde in ein Gefängnis verwandelt. Alle Fenster sind vergittert. Ich kann kein Fenster öffnen. Fünf Polizisten stehen vor dem Gebäude, zwei Polizistinnen bewachen mich in der Villa. Ich darf nicht mal frische Luft schnappen gehen."

Schon seit Jahren kämpfen Menschenrechtsaktivisten und Freunde Latifas unter dem Hashtag #FreeLatifa für eine Freilassung der jungen Frau.

Der Aktivist David Haigh sagt: "Politiker, Prominente und sogenannte Influencer müssen aufwachen - also all die Leute, die nach Dubai gehen und für die Emirate Werbung machen. Sie müssen der Realität ins Auge schauen. Da tummeln sich Menschen an den Stränden Dubais und ein paar hundert Meter entfernt wird Latifa in Einzelhaft gefangen gehalten, als Geisel."

Europa und UNO fordern Lebenszeichen

Offenbar wird Latifa als Geisel ihres eigenen Vaters, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, gehalten. Latifa hatte mehrmals versucht, aus Dubai zu fliehen – vergeblich. Bei ihrem letzten Versuch per Schlauchboot und Yacht vor drei Jahren wurde sie von einem Sonderkommando gestoppt, betäubt und zurück nach Dubai gebracht.

Das Video der Prinzessin wurde der britischen BBC zugespielt. London erhöht nun den Druck auf die Emirate - ein enger Partner Großbritanniens. "Wir scheuen uns nicht, Menschenrechtsverletzungen in der ganzen Welt anzuprangern – auch wenn sie unsere Partner im Nahen Osten betreffen wie die Vereinigten Arabischen Emirate", so Außenminister Dominic Raab.

Premier Boris Johnson fordert vom Emir ein Lebenszeichnen seiner verschleppten Tochter, dieser behauptet, Latifa gehe es gut. Deren Freunde haben seit langem keinen Kontakt mehr zu Latifa. Deshalb machten sie den Hilferuf publik, in der Hoffnung, dass er gehört wird.

Prinzessin Haya, die sechste Frau des Emirs von Dubai und Schwester des Königs von Jordanien, war vor ihrem Mann nach London geflohen und hatte dort von einem Gericht das Sorgerecht für die beiden Kinder erstritten.