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Wildbret und Naturschutz: Die Deutschen wollen jagen

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Shanna Reis, Jägerin aus Aspisheim
Shanna Reis, Jägerin aus Aspisheim   -   Copyright  DANIEL ROLAND/AFP or licensors
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Die Jagd ist in Deutschland im Kommen. Das hat auch, aber nicht nur mit der Coronavirus-Pandemie zu tun. Rund 397 000 Menschen in Deutschland verfügen über einen Jagdschein, vor 20 Jahren waren es gut 60 000 weniger.

Nahrung selbst schießen

Shanna Reis leitet ein Weingut in Rheinhessen. Lange verzichtete die 28-Jährige völlig auf Fleisch. Das hat sich geändert, jetzt schießt sie einen Teil ihrer Nahrung selbst.

„Covid hat uns definitiv an die Natur zurückgebracht, weil das letztendlich der Ort ist, wo wir noch hingehen konnten“, sagt Reis. „Für mich das ist wichtig, dass ich weiss, woher das Fleisch, das ich esse, kommt, dass ich alle Schritte nachvollziehen kann, dass ich das Tier lebend hier gesehen habe, dass ich bewusst nicht zu viel esse, aber daran halt weiß, wo es herkommt“, so die Jägerin aus Aspisheim.

Naturschutz ist ein großer Grund
Anna Martinsohn
Sprecherin des Deutschen Jagdverbandes

Laut Deutschem Jagdverband mit Berufung auf eine Umfrage ist die Zustimmung für die Jagd in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen. Anna Martinsohn, Sprecherin des Deutschen Jagdverbandes, erläutert: „Die meisten Menschen geben an, sie machen den Jagdschein, weil sie sich für die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung interessieren, und die schützen wollen. Naturschutz ist ein großer Grund. Dann gibt es einen weiteren Grund, das ist die Liebe zur Natur. Wildbret ist natürlich wichtig, das eigene Lebensmittel herzustellen."

Im Europavergleich ist die Anzahl der Jagdscheine im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in Belgien mit großem Abstand am höchsten. Die Schweiz liegt auf dem fünften, Deutschland auf dem neunten und Österreich auf dem 22. Platz.