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Auch Tui fliegt nach Mallorca: "Wir gönnen uns das jetzt"

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Von Euronews mit AP, dpa
Ab nach Mallorca! Reisende im Flughafen Hannover
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Coronaflucht in Deutschland: Auch der größte deutsche Reiseanbieter Tui startet jetzt von mehreren Flughäfen nach Mallorca durch, weil die Balearen seit rund einer Woche nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind.

An den Vortagen waren bereits Eurowings-Maschinen nach Palma de Mallorca geflogen. Laut Medienberichten waren die meisten Flüge trotz hoher Ticketpreise ausgebucht.

Der niedersächsische Regierungschef Stephan Weil verlangte angesichts des Reisebooms eine neue Reisewarnung für Mallorca, mindestens aber eine strenge Testpflicht und Quarantäne-Vorschriften bei der Rückkehr. Ins gleiche Horn stieß Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der ebenfalls eine Testpflicht für Balearen-Rückkehrer und verbindliche Quarantäneregeln forderte.

"Einfach viel Vorfreude"

Mallorca-Urlauber auf dem Flughafen Hannover hatten vor dem Abflug keine Bedenken. Lars Manzke sagte: "Ich hoffe, dass das Hotel nicht ganz so voll ist. Ich freu mich einfach, etwas anderes zu sehen. Ich fahre selber viel Rennrad, und freu mich mal wieder bei wärmeren Temperaturen zu fahren und nicht bei der Kälte und dem Wind und diesem ganzen Regen hier. Einfach viel Vorfreude. Große Sorge? Vielleicht auf dem Rückflug, aber wir sind ja alle getestet und insofern hoffen wir, dass nichts passiert."

Auch Beate Matzat hob in Hannover nach Palma ab. Sie fühlte sich dazu mehr oder weniger gezwungen: "Ich würde auch gerne in Deutschland Urlaub machen oder hätte es gerne gemacht. In der Ferienwohnung, im Hotel, mit den ganzen Vorsichtsmaßnahmen, so wie wir das im Herbst gemacht haben. Ging alles wunderbar. Und jetzt muss man ins Ausland fahren, weil man dahin fahren darf, weil man da Urlaub machen darf. Ich versteh`s nicht. ich wäre gern in Deutschland geblieben. __Aber so gönnen wir uns jetzt die Woche Urlaub auf Mallorca."

Neue Bund-Länder Runde am Montag

Urlaub hin oder her: Nach vorsichtigen Öffnungen rücken in Deutschland´ wieder neue Beschränkungen bis in die Osterzeit in den Fokus von Bund und Ländern. Bis hin zur vereinbarten Notbremse, die bei den Beratungen an diesem Montag im Vordergrund stehen dürfte. Kanzlerin Angela Merjkel stellte bereits klar, dass es nicht möglich sei, ohne Notbremse auszukommen. An diesem Sonntag kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals deutschlandweit über die 100er Marke (103,9).

Und Veranstaltungen wie die aus dem Ruder gelaufene Querdenker-Demonstration in Kassel am Samstag tragen ihren Teil zur Virusverbreitung bei. Der Kasseler Polizei wird vorgeworfen, trotz massiver Verstöße gegen Hygiene- und Abstandsregeln nicht durchgegriffen zu haben. Die Polizei zog schriftlich eine vorläufige Bilanz und kündigte eine Untersuchung an.

Mehrere Polizisten und Journalisten wurden attackiert. Es gab ein Dutzend Festnahmen. An der Demo am Stadrand von Kassel hatten sich 20.000 Menschen beteiligt. Anschließend zogen mehrere Gruppen in die Innenstadt, dabei kam es zu Krawallen und Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften.