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Saarland will den Lockdown gleich nach Ostern am 6. April beenden

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Von Euronews mit dpa
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Schild in einer Fußgängerzone in Frankfurt erinnert an die Maskenpflicht, 28.10.2020
Schild in einer Fußgängerzone in Frankfurt erinnert an die Maskenpflicht, 28.10.2020   -   Copyright  Arne Dedert/dpa via AP
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Ein kleines Bundesland wird zum großen Hoffungsträger. Am Dienstag nach Ostern verabschiedet sich das Saarland aus dem deutschen Lockdown-Konzept.

Geprobt wird die Rückkehr zur Normalität mit Wiedereröffungen von Außengastronomie, Fitnessstudios und Kinos. Voraussetzung sei ein tagesaktueller negativer Schnelltest, sagte Ministerpräsident Tobias Hans: "Ich glaube, das kann man nun wirklich verantworten und es dient sogar dazu, dass mehr getestet wird. Unser Ansatz geht davon aus, dass nicht mehr geöffnet wird, sondern mehr getestet. Und das ist ein Ansatz, der hilft, die Virusmutation zurückzudrängen."

Empfohlen für das befristete Modellprojekt hat sich das kleinste deutsche Flächenland durch eine gute Test-Infrastruktur mit 41 Zentren, einer hohen Impfquote und einer Sieben-Tage-Inzidenz von um die 70.

Euphorie herrscht aber noch nicht. Eine junge Passantin in Saarbrücken zeigte sich eher verblüfft als positiv gestimmt: "Wir sind mitten in der dritten Welle. Und erst geht es in die eine Richtung...es ist wahnsinnig verwirrend. Ich wär froh, wir hätten nochmal strengere Regelungen."

Eine ältere Dame meinte: "Irgendwie muss es ja auch weitergehen. Und die Leute müssen ja auch raus ihr Geld verdienen. Ja, einen Versuch ist es wert."

Gäbe es da nicht den Störfaktor Frankreich. Der große Nachbar steht unmittelbar davor, komplett als Hochinzidenzgebiet eingestuft zu werden. In Frankreich liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über viermal höher (312) als im Saarland.

Im krassen Gegensatz zur Ankündigung des Saarlands steht auch die jüngste Aussage vom Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler. Er erklärte bei einer Online-Konferenz der deutschen Botschaft in Washington, dass die dritte Welle an Corona-Infektionen in Deutschland nur mithilfe eines Lockdown gestoppt werden kann. Diese ließe sich nur stoppen, wenn 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus immun sei.

Das ist derzeit nicht der Fall. Mit Stand vom 24.03.2021 haben in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 8.150.256 Menschen eine Erstimpfung und 3.603.639 Millionen Menschen eine Zweitimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Seit Mittwoch wurden dem RKI 22.657 Neuinfektionen gemeldet, die 7-Tage-Inzidenz stieg im bundesweiten Schnitt auf 113,3 pro 100.000 Einwohner.