Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Israels vierte Parlamentswahl in zwei Jahren- enges Rennen für Netanjahu

euronews_icons_loading
Israels vierte Parlamentswahl in zwei Jahren- enges Rennen für Netanjahu
Copyright  Oded Balilty/Associated Press
Schriftgrösse Aa Aa

Israel wählt am Dienstag ein neues Parlament, es ist die vierte Wahl binnen zwei Jahren.

Nötig ist sie, weil das unter dem Druck der Corona-Krise geschlossene Bündnis zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seinem Rivalen Benny Gantz nach wenigen Monaten zerbrochen war.

Im engen Rennen mit Jair Lapids Zukunftspartei aus dem Mitte-Links-Lager dürften Netanjahu und sein rechtskonservativer Likud wieder stärkste Kraft werden.

Doch ob der 71-Jährige Netanjahu eine Koalition formen und erneut Regierungschef werden kann, ist ungewiss. Netanjahu - Spitzname Bibi - ist seit 2009 durchgängig Ministerpräsident und der am längsten amtierende Regierungschef des Landes. Viele junge Israelis kennen keinen anderen.

Dr. Gayil Talshir, Dozentin für Politikwissenschaft an der Hebräischen Universität: "Das erste Mal in den letzten zwei Jahren gibt es im Wahlkampf eine Kampagne der Rechten gegen Netanjahu- das hat sich verändert. Wenn Netanjahu eine Koalition bilden will, bedeutet das, dass nur die extremste Rechte dafür in Frage kommt."

Im Wahlkampf setzte Netanjahu vorallem auf die erfolgreiche Impfkampagne. Doch über 6.000 Israelis sind an COVID-19 gestorben, die Wirtschaft wurde von den wiederholten Lockdowns hart getroffen.

Und: als erster amtierender Ministerpräsident Israels muss er sich vor Gericht gegen Korruptionsvorwürfe wehren. Seit dem Sommer gibt es wöchentlich im ganzen Land Proteste gegen ihn. Rund 20.000 Israelis demonstrierten am vergangenen Samstag vor seiner Residenz in Jerusalem.

"Viel wird von der rechtsnationalistischen Jamina-Partei von Naftali Bennett abhängen. Bennett gehört vermutlich zum Netanjahu-Block, hat seine Position aber ein wenig zweideutig gelassen, um sich die Möglichkeit offen zu halten, den Oppositionsblock zu unterstützen", erklärt die politische Analystin Dahlia Scheindlin.

Eine Briefwahl gibt es in Israel nicht. Deswegen wurden spezielle Auto-Wahlkabinen eingerichtet, um auch Corona-Infizierten oder Israelis in Quarantäne die Stimmabgabe zu ermöglichen. Knapp 60 Wahllokale wurden außerdem auf Corona-Stationen in Krankenhäusern eingerichtet.

Wegen dieser Umstände und eines anstehenden Feiertagswochenendes könnte sich die Auszählung länger als üblich hinziehen.