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Stau nach Blockade des Suezkanals: Deutsche Reeder tief besorgt

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Von Euronews
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Der Suezkanal in Ägypten
Der Suezkanal in Ägypten   -   Copyright  Amr Nabil/AP
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Ein großes Containerschiff hat sich im Suezkanal quer gestellt und blockiert die wichtige Transportverbindung zwischen Europa und Asien. Der Verkehr auf der engen ägyptischen Wasserstraße kam am Dienstag zum Erliegen. Auf einem jüngst veröffentlichten Bild sieht man die missliche Lage in der sich MV Ever Given, ein 400 Meter langes und 59 Meter breites taiwanesisches Schiff, befindet.

Wie genau es dazu gekommen ist, scheint unklar. "Das Containerschiff ist versehentlich auf Grund gelaufen, wahrscheinlich nachdem es von einer Windböe getroffen wurde", sagte Evergreen Marine Corp gegenüber AFP. Das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC hingegen meldete auf seiner Internetseite, es sei an Bord des Frachters der Evergreen-Line zu einem Stromausfall gekommen.

Instagram-Nutzerin Julianne Cona postete ein Foto des riesigen Containerschiffs vom Bord der Maersk Denver aus, die hinter der Ever Given festsitzt. "Ein Schiff vor uns ist beim Überqueren des Kanals auf Grund gelaufen und steckt nun quer über dem Kanal fest", schrieb sie. "Es sieht so aus, als ob wir hier noch eine Weile bleiben müssen," so Cona.

Die Maersk Denver ist nicht alleine, mittlerweile hat sich ein Stau gebildet und rund 100 Containerschiffe warten darauf, dass es endlich weiter geht. Die Firma Leth Agencies teilte auf Twitter mit: "Schlepper versuchen derzeit, das Schiff wieder flott zu machen".

Einfach scheint die Befreiungsaktion nicht zu sein. Es habe den Anschein, heißt es etwa im unten stehenden Tweet, als ob "jeder Schlepper, den Ägypten entbehren konnte, versucht, es frei zu ziehen."

Der Verband Deutscher Reeder erklärte, je länger die Sperrung andauere, desto drastischer würden die Auswirkungen sein.

Der 400 Meter lange und knapp 60 Meter breite Frachter ist eines der größten Containerschiffe der Welt.

Die Auswirkungen auf den Handel beschrieb Salvatore Mercogliano, Historiker an der Campbell Universität North in Carolina: "Containerschiffe und Tanker liefern jetzt keine Lebensmittel, keinen Treibstoff, keine Industriegüter nach Europa und es werden keine Waren von Europa nach Fernost exportiert. Und das wird einen massiven Einfluss auf die Produktion, auf die Verfügbarkeit von Waren in Europa und in Asien haben."

Um den Kanal zu umschiffen, sind Umwege etwa über Kap Horn nötig, die Passagen bis zu neun Tage verlängern. Nach Angaben der Suezkanal-Behörde könnte der Vorfall auf schlechte Sicht nach einem Sandsturm zurückzuführen sein. Die Ever Given war auf dem Weg von China nach Rotterdam.

Der 1869 eingeweihte Suezkanal wickelt 10 Prozent des internationalen Seehandels ab. Nach Angaben der Suez Canal Authority (SCA) passierten ihn im vergangenen Jahr fast 19.000 Schiffe.