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Schnell noch raus aufs Land - Flucht vor dem harten Lockdown in Frankreich

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Schnell noch raus aufs Land - Flucht vor dem harten Lockdown in Frankreich
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An den Bahnhöfen im Zentrum von Paris wurde es vor dem Osterwochenende voll - viele nutzten die vorerst letzte Gelegenheit der Flexibilität, bevor der landesweite harte Lockdown in Kraft tritt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte die strengen Lockdown-Maßnahmen, die bislang unter anderem in Paris galten, auf das ganze Land ausgedehnt, um die Ausbreitug des Virus zu bremsen. Dazu gehören auch Schulschließungen und strenge Ausgangsbeschränkungen.

Am Freitag lagen in Frankreich mehr als 5.254 Menschen auf den Intensivstationen, 145 mehr als am Vortag und der höchste tägliche Anstieg seit fünf Monaten.

Wer kann, nimmt sich eine längere Auszeit

Wer kann, nimmt sich auch eine längere Auszeit, um nicht in der Hauptstadt festzusitzen. "Ich fahre weg, weil es nicht wirklich angenehm ist, anderthalb Monate alleine in einer 30m2-Wohnung zu sein", sagt ein Mann, der an einem Pariser Bahnhof auf seinen Zug wartet.

"Ich habe das Glück, dass ich Home Office machen kann, und das kann ich genauso gut an einem Ort, an dem es ein bisschen grüner ist und ich für die nächsten ein oder zwei Monate den Kopf frei kriegen kann."

Aus Protest: illegale Partys im Brüssler Park

Die belgische Polizei hat den zweiten Tag in Folge ein Treffen hunderter Menschen in einem Park in Brüssel aufgelöst. Dabei kamen am Freitagabend Wasserwerfer und Tränengas zum Einsatz, um die letzten größeren Gruppen aus dem öffentlichen Park "Bois de la Cambre" zu drängen. Zuvor waren die Menschen per Lautsprecher aufgefordert worden, den Park wegen der Verstöße gegen die Hygienebestimmungen zu verlassen. Mehr als zehn Personen wurden nach Medienberichten verhaftet, Verletzte habe es nicht gegeben.

In Belgien dürfen sich derzeit nur Gruppen von vier Menschen draußen treffen.

Bereits am Donnerstag hatten sich nach einem Aufruf im Internet Polizeischätzungen zufolge rund 1.500 bis 2.000 Menschen in dem Park versammelt und gefeiert. In Interviews sagten einige, sie seien aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen gekommen. Zahlreiche Polizisten wurden bei der Auflösung des Massentreffens verletzt. Mindestens ein Beamter sei am Kopf getroffen und ins Krankenhaus gebracht worden, berichte Belga unter Berufung auf die Polizei.

Niederlande setzt AstraZeneca-Impfungen aus, um Verschwendung vorzubeugen

Die Niederlande haben die Impfung mit dem Präparat des Herstellers AstraZeneca vorläufig eingestellt. Zunächst hatte das Gesundheitsministerium am Freitagabend beschlossen, Personen im Alter unter 60 Jahren nicht mehr mit dem Präparat von AstraZeneca zu impfen. Auslöser waren fünf neue Fälle von Blutgerinnseln bei Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren gemeldet worden, eine von ihnen sei gestorben.

Am Samstag entschieden die Gesundheitsämter nach Beratung mit dem Ministerium, alle AstraZeneca-Impfungen auszusetzen, um Verschwendung vorzubeugen.

Noch rund 700 Personen in der Altersgruppe über 60 sollten in den nächsten Tagen mit AstraZeneca geimpft werden. Da nicht garantiert werden konnte, dass bei wenigen Personen pro Impfzentrum tatsächlich der gesamte Impfstoff aus einer Ampulle auch genutzt werden konnte, hat man diese Termine vorläufig abgesagt. Der Impfstopp soll vorläufig bis zum 7. April gelten.