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Corona-Drama in Südamerika

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Von Julika Herzog mit dpa, AP, AFP
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Corona-Drama in Südamerika
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In Brasilien gibt es mittlerweile rund um die Uhr Beerdigungen, auch in der Nacht, 24 Stunden am Tag, denn täglich sterben um die 4000 Menschen an Covid 19. Das Gesundheitssystem steht in vielen Teilen des Landes kurz vor dem Kollaps.

Doch trotz der dramatischen Lage, schließt Präsident Jair Bolsonaro harte Ausgangsbeschränkungen in dem südamerikanischen Land weiter aus. Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an als eine "einfache Grippe" verharmlost und argumentiert, dass der wirtschaftliche Schaden eines Lockdowns schlimmer wäre, als das Virus selbst: "Es wird keinen landesweiten Lockdown geben. Manche wagen es zu sagen, dass die Armee einigen Gouverneuren bei ihren restriktiven Maßnahmen helfen sollte. Unsere brasilianische Armee wird sicher nicht auf die Straße gehen, um die Menschen in ihren Häusern zu halten."

Wissenschaftler haben im Land insgesamt 92 Varianten des Coronavirus entdeckt, darunter die Besorgnis erregende Mutante P1, die als viel ansteckender gilt als der Wildtyp. Die guten Nachricht ist, die Impfstoffe wirken wohl weiter. Doch die Variante trifft auch jüngere Altersgruppen hart.

Carissa Etienne, Direktorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation sagt: "Letzte Woche gab es mehr als 1,3 Millionen neue Fälle und mehr als 37.000 Todesfälle in Südamerika. Tatsächlich wurden mehr als die Hälfte aller in der vergangenen Woche weltweiten Todesfälle auf dem amerikanischen Kontinent gemeldet."

Auch in Argentinien steigen die Infektionszahlen wieder an. Präsident Alberto Fernández wurde gerade positiv getestet, obwohl er bereits vor Wochen den russischen Sputnik-V-Impfstoff erhalten hat. Angesichts dieser zweiten Welle der Corona-Pandemie verhängt die Regierung des Landes wieder strenge Ausgangsbeschränkungen.

"Wir müssen uns in den kommenden drei Wochen sehr bemühen, unserer Bevölkerung zu schützen, insbesondere diejenigen, die am meisten von Komplikationen und Tod bedroht sind", so Carla Vizzotti, die argentinische Gesundheitsministerin.

Auch Impfweltmeister Chile ist wieder im Lockdown. Obwohl bereits 36 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, steigen die Infektionen rasant. In den chilenischen Sommerferien im Januar und Februar sind viele gereist, die Menschen haben sich nicht mehr so gut geschützt wie zuvor. Ende März wurde dann ein totaler Lockdown verordnet und an Ostern sogar die Grenzen geschlossen - vorerst für einen Monat.