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Wegen Corona-Variante: EU soll Indien-Flüge stoppen

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Wegen Corona-Variante: EU soll Indien-Flüge stoppen
Copyright  John Thys/AP
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Nachdem die gefährliche Corona-Variante aus Indien auch in der EU nachgewiesen wurde, soll es Konsequenzen geben. Der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, will sofort alle Flugverbindungen in die EU stoppen. "Einige Covid-Fälle mit der indischen Mutante sind bereits in Deutschland und der EU aufgetreten. Diesmal müssen die EU-Innenminister schneller und konsequenter handeln und sofort ein vorübergehendes Verbot von Flügen aus Indien und Einreisebeschränkungen verhängen", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). Die Situation in Indien drohe außerKontrolle zu geraten.

Weil sich die Situation in Indien so schnell entwickle, müsse Europa schneller und besser koordiniert vorgehen, sagte Weber. Er verwies darauf, dass Kanada und das Vereinigte Königreich bereits entsprechende Schritte eingeleitet haben.

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen stuft die deutsche Bundesregierung Indien ab diesem Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Damit sind aber zunächst keine verschärften Einreisebestimmungen für das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern verbunden, in dem sich gerade eine neue Virusvariante ausbreitet. Das dortige Gesundheitsministerium meldete am Freitag mit 332 730 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden den höchsten Wert weltweit.

Merkel will notfalls mehr Pharma in Europa

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, mehr Pharma-Fabriken in Europa aufzubauen. Sie deutete an, den Trend, die Medizin-Produktion ins Ausland zu verlagern, gegebenenfalls umdrehen zu wollen. "Wir haben über viele Jahre unsere pharmazeutische Industrie in Europa nicht so besonders gut behandelt", sagte Merkel. "Wir haben Abwanderung nach Amerika gehabt. Die Vereinigten Staaten haben die wahrscheinlich stärkste pharmazeutische Produktion der westlichen Welt. Und deshalb haben sie auch Produktionskapazitäten aus dem Boden stampfen können." Merkel nannte auch Indien und deutete Konsequenzen an, falls die Impfstoffproduktion nicht zuverlässig funktioniere. Allerdings wolle man dabei Rücksicht auf die Wirtschaft nehmen.

Rumänien: Impfen rund um die Uhr

In der rumänischen Stadt Timisoara öffnete ein Impfzentrum, in das Menschen auch ohne Termin gehen können. Das Impfzentrum soll drei Tage lang durchgehend geöffnet bleiben, auch nachts. Hunderte Menschen stellten sich bereits vor dem Startschuss an. 500 Mitarbeiter sollen dort 13.000 Dosen verimpfen. In drei Wochen soll die Aktion in der Stadt wiederholt werden.