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Die Ernte ist dahin: Vogelplage auf Kameruns Feldern

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Vogelplage im Hirsefeld
Vogelplage im Hirsefeld   -   Copyright  Africanews
Von Joël Honoré Kouam
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Es könnte eine Szene aus Alfred Hitchcocks Horrorklassiker "Die Vögel" sein, doch die Plage, die in diesen Tagen den Norden Kameruns heimsucht, ist bittere Realität.

Riesige Zugvögel-Schwärme fallen vom Tschadsee kommend wie Heuschrecken über die Hirsefelder her. Vor den Augen vieler Bauern, denen nichts anderes übrig bleibt, als fassungslos zuzusehen.

"Normalerweise können wir bei einer guten Ernte 10, 12 oder sogar 20 volle Autoladungen von den Feldern holen", sagt Hirsebauer Goni Moussa. "Aber in diesem Jahr sind wir weit davon entfernt. Wenn es Ihnen gelingt, eine volle Autoladung zu retten, haben Sie am Ende nur sechs oder sieben Säcke mit Hirse. Viele haben ganz einfach aufgegeben und ihre Felder den Vögeln überlassen".

Größere Hirseproduzenten wie Abba Massanga sind besser organisiert und verbrachten mehrere Tage damit, die Vögel von ihren Parzellen zu jagen und frühzeitig zu ernten - mit einem mageren Ergebnis.

"Wir waren gezwungen, Hirsepflanzen, die noch nicht reif waren, zu schneiden. Das ist ein großer Verlust für die Bauern in der Region in diesem Jahr."

Hauptnahrungsmittel in der Region

Nach Angaben der örtlichen Landwirschaftsbehörde wird die in Kamerun übliche Sorghumhirse auf gut 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen angebaut, was sie zur wichtigsten Kulturpflanze und zum Hauptnahrungsmittel in der Region macht.

Der Ernteausfall durch die Zugvögel hat nicht nur Auswirkungen auf die Preise, sondern auch auf die Ernährung von Millionen von Menschen und könnte zu einer Hungerkrise führen.