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Exportverbot für argentinisches Fleisch, weil im Land die Preise explodieren

Von euronews
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Fleischköche in Argentinien
Fleischköche in Argentinien   -   Copyright  AFP-TV
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argentinien: fleischpreise explodieren

Argentinische Fleischproduzenten protestieren mit einem generellen Verkaufsstopp gegen die Regierung, die ein Exportverbot für Rindfleisch verhängt hat. Kaum etwas lieben Argentinier mehr als ihr Steak - mit durchschnittlich 50 Kilo Rindfleisch pro Jahr sind sie weltweite Spitzenverbraucher.

Die Regierung will die Fleischpreise im Land durch Erhöhung des Angebotes senken, denn die Fleischpreise sind in Argentinien innerhalb eines Jahre um 65 Prozent gestiegen.

Fleisch essen ist Teil unserer Kultur, unserer DNA. Deshalb gibt es solche Spannungen, wenn Fleisch sehr teuer wird. Wir essen eben Fleisch und etwas dazu, nicht umgekehrt.
Emmanuel Lapetina
Geschäftsführer Fleischverpackungsfabrik La Peña

Zugleich ist Argentinien aber auch der viertgrößte Rindfleisch Exporteur der Welt, in Anbetracht einer Inflationsrate von 46 Prozent in den letzten 12 Monaten sind die Deviseneinnahmen lebenswichtig fèr das Land. 2020 - einem coronabedingt schlechtem Jahr - exportierte Argentinien Rindfleisch und Leder im Wert von 3,37 Milliarden Dollar.

Inzwischen aber sind 42 Prozent der Argentinier von Armut betroffen und die Regierung versucht, die Lebenshaltungskosten zu senken. Die Fleischindustrie sieht die Regierung auf dem Holzweg.

Das Problem ist nicht, ob Fleisch teurer geworden ist, das stimmt nämlich nicht. Fleisch ist billiger geworden. Aber die Kaufkraft der Bevölkerung ist so dramatisch gesunken! Das ist eine Folge von Plünderung und Elend, von niedrigen Löhnen und der Inflation.
Martín Vivanco
Rinderzüchter

Präsident Alberto Fernandez argumentiert mit drei Jahren Rezession und den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Argentinien hat Erfahrung mit solchen Verboten: Bereits 2006 wurden Fleischexporte schon einmal eingeschränkt, geplant waren sechs Monate. 10 Jahre dauerten die Exportbeschränkungen dann, in denen andere Länder die Lücken mit ihren Exporten füllten.