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Der Kampf um den Nationalpark Vjosa geht weiter

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Von Sabine Sans
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Der Kampf um den Nationalpark Vjosa geht weiter
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Wissenschaftler und Umweltschützer kämpfen für den ersten Wildfluss-Nationalpark Europas. Der gesamte Lauf der Vjosa soll langfristig geschützt werden. Der rund 300 Kilometer lange Fluss, der von Griechenland bis zur Adria fließt, bietet über 1000 Tier- und Planzenarten einen Lebensraum.

Schutz der Tier- und Pflanzenarten

Von den Tier- und Pflanzenarten, die bisher in und an der Vjosa nachgewiesen wurden, stehen 39 auf der internationalen Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (International Union of Conservation of Nature, IUCN), etwa der europäische Aal, der Sandlaufkäfer oder die Grabschrecke. "Das ist eine seltene Gelegenheit, einen der letzten großen Wildflüsse wirklich zu schützen", sagt Dr. Kathy MacKinnon, Vorsitzende der IUCN-Weltkommission für Schutzgebiete. "Das wäre ein Gewinn für Europa, aber auch ein Beitrag zum weltweiten Naturschutz."

In den vergangenen Monaten hat die Unterstützung für den Schutz der Vjosa zugenommen, sowohl in Albanien, anderen europäischen Ländern sowie weltweit. Die albanische Regierung unter Edi Rama stimmte im März einer Ausweisung der Vjosa als „Naturpark“ zu. Dieser Titel wird aber Projekte wie Wasserkraftwerke, Ölbohrungen an den Flussufern oder Hotelkomplexe nicht aufhalten. Die Kategorien Naturpark und Nationalpark klängen zwar ähnlich, könnten aber in ihrer Schutzwirkung nicht unterschiedlicher sein, erklärt der Geschäftsführer von EcoAlbania Olsi Nika in einer Pressemitteilung von EuroNatur: "Nur ein Nationalpark bietet den rechtlichen Rahmen, um dieses fantastische Ökosystem vor zerstörerischen Eingriffen zu bewahren."

Unberührte Natur

Laut der EuroNatur-Stiftung gibt es nirgendwo sonst in Europa eine vergleichbare Vielzahl und Vielfalt natürlicher und unzerstörter Flusslandschaften wie auf dem Balkan. Mehr als 80 Prozent sind in einem guten oder sogar sehr guten ökologischen Zustand. In Deutschland gelten beispielsweise nur noch zehn Prozent der Flüsse als naturnah.

Das „blaue Herz Europas“ ist weitgehend unbekannter Schatz der europäischen Naturlandschaft. Die Vielfalt an Arten und Lebensräumen ist bisher kaum erforscht. Laut EuroNatur zählen die Wildflüsse auf dem Balkan zu den Hotspots der Biodiversität in Europa.

Rettungsaktion für einen der letzten großen unberührten Flüsse Europas

Die Kampagne Vjosa National Park Now ist Teil der Kampagne "Rettet das Blaue Herz Europas". Sie dient dem Schutz von Flüssen mit besonders hohem Naturwert auf der Balkan-Halbinsel, die von mehr als 3.400 Wasserkraft-Projekten bedroht werden. Die Kampagne wird von den internationalen NGOs Riverwatch und EuroNatur koordiniert und gemeinsam mit Partnerorganisationen in den Balkanländern umgesetzt.

Prominente wie Leonardo DiCaprio werben für die Rettungs-Kampagne: Auf twitter warb der Schauspieler im März für ein Video, das der Outdoor-Bekleidung-Hersteller Patagonia produzierte: "Der Vjosa-Fluss, seine Arten und die Lebewesen, die von ihnen abhängen, sind von der dauerhaften Zerstörung durch Dämme bedroht. Sehen Sie sich 'Vjosa Forever' von Patagonia an und unterschreiben Sie die Petition, mit der die albanische Regierung gebeten wird, #VjosaNationalParkNow zu unterstützen."

Für die Dauer der Grünen Woche auf euronews erkunden unsere Magazin- und Nachrichtenteams Geschichten und Lösungen für einen besseren Planeten aus ganz Europa.