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Delta-Variante bei EM-Match in Kopenhagen - RKI meldet Anteil von 15%

Von Euronews mit dpa, FT
Terrasse in London, wo wegen der Delta-Variante Lockerungen verschoben wurden
Terrasse in London, wo wegen der Delta-Variante Lockerungen verschoben wurden   -   Copyright  Alberto Pezzali/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Die meisten Fälle der Delta-Variante des Coronavirus in Europa gibt es In Großbritannien. Mittlerweile breitet sie sich auch in Israel aus, wo der neue Regierungschef die Regeln verschärft. Doch in Indien, wo sie zuerst registriert wurde, geht die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen zurück.

Am 23. April 2021 hatte die Regierung in London die Einreisen aus Indien gestoppt. Schätzungen zufolge waren zu diesem Zeitpunkt etwa 500 bis 1.000 Menschen, die sich mit der Delta-Variante infiziert hatten, aus dem Ausland eingereist.

Delta-Variante in Kopenhagen nach EM-Match

Bei drei Zuschauern des EM-Spiels zwischen Dänemark und Belgien, die im Station in Kopenhagen waren, ist die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke und die Behörde für Patientensicherheit forderten deshalb am Mittwochabend 4000 Zuschauer aus sechs Stadionblöcken dazu auf, einen PCR-Test machen zu lassen.

Die EM-Partie hatte am Donnerstag im Kopenhagener Stadion Parken stattgefunden, Belgien hatte die Begegnung mit 2:1 gewonnen.

In Dänemark werden seit Beginn der Pandemie - wie in Großbritannien - besonders viele Coronavirus-Proben sequenziert - und damit auf Varianten überprüft.

RKI meldet Anteil der Delta-Variante von 15 Prozent

In Deutschland hat sich der Anteil der Delta-Variante seit einer Woche fast verdoppelt - auf nun 15,1 Prozent, wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend hervorgeht. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 7. bis 13. Juni.

Die Werte für die Woche zuvor wurden wegen Nachmeldungen rückwirkend von etwa sechs auf acht Prozent korrigiert. In den Daten ist damit nun in der dritten Woche in Folge eine ungefähre Verdopplung des Delta-Anteils abzulesen: von 4 auf 8 auf 15 Prozent. Dieses Tempo hatten Fachleute befürchtet.

Auf Twitter wanrt Christian Drosten an diesem Mittwoch vor der Delta-Variante.

Doch Vorhersagen zur Verbreitung der Mutante des Coronavirus sind noch schwieriger.

Im NDR Podcast erklärt der Virologe der Berliner Charité Christian Drosten, dass es gute Gründe dafür gibt zu denken, dass die Entwicklung in Deutschland nicht so verlaufen wird wie in Großbritannien. wo die 7-Tage-Inzidenz wegen der Delta-Variante wieder auf 98,9 gestiegen ist.

"Bei anhaltend niedrigen Inzidenzen könnte es sein, dass wir im Sommer in eine Ruhephase reinkommen, bei der es uns erst einmal relativ egal sein kann, ob die Delta-Variante da ist oder nicht." Allerdings rechnet Drosten spätestens im Herbst wieder mit einem Anstieg der Infektionen.

Und er sagt: "Wir sehen in unseren eigenen Labordaten erste Hinweise darauf, dass Patienten, die mit der Delta-Variante infiziert sind, eine noch höhere Viruslast haben als Patienten mit der Alpha-Variante."

Offenbar mehr Fälle der Delta-Variante in München und in Hessen

In München breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus offenbar rasant aus - allerdings bei derzeit sehr niedrigen Fallzahlen. Die 7-Tage-Inzidenz in der bayrischen Landeshauptstadt liegt nach Angaben des RKI an diesem Dienstag bei 9,8 pro 100.000 Menschen.

Die süddeutsche Laborgemeinschaft Becker & Kollegen hat laut einem Bericht der Apothen-Umschau vom 14. bis zum 20. Juni 2021 im Raum München 24,6 Prozent von Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus. In der Vorwoche waren es nur 11 Prozent.

"Unsere aktuellen Befunde deuten an, dass sich nun die Delta-Variante ausbreitet. Dabei verdrängt sie ganz im Sinne einer Evolution im Zeitraffer offenbar andere Virusvarianten“, erklärt Professor Jürgen Durner, Facharzt für Labormedizin und Chief Medical Officer von Becker & Kollegen.

Bei den Ergebnissen des bayrischen Labors gibt es in 59 % der Fälle die Alpha-Variante - die zuerst in England aufgetaucht war - und nur noch 16 Prozent des Wildtyps.

Laut FAZ sieht Hessens Gesundheitsminister Kai Klose in seinem Bundesland ähnliche Zahlen: "Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert". Daran sehe man, "dass das sehr schnell geht (...) Aber wir haben keine Hinweise darauf, bisher jedenfalls, dass diese Variante noch mehr schwere Erkrankungen auslöst."

Delta-Variante in Kopenhagen nach EM-Match

Bei drei Stadionzuschauern des EM-Spiels zwischen Dänemark und Belgien ist die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke und die Behörde für Patientensicherheit forderten deshalb am Mittwochabend 4000 Zuschauer aus sechs bestimmten Stadionblöcken dazu auf, einen PCR-Test machen zu lassen. Die EM-Partie hatte am Donnerstag im Kopenhagener Stadion Parken stattgefunden, Belgien hatte die Begegnung mit 2:1 gewonnen.

Und anderswo?

Laut den Zahlen der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC lag der Anteil der Delta-Variante in den Ländern, in denen viele Viren-Proben sequenziert werden unterschiedlich hoch.

So wurden vor am 20. Juni die folgenden Zahlen gemeldet:

Spanien 11,4 Prozent,

Frankreich 8,4 Prozent

Belgien 6,5 Prozent

Norwegen 1,3 Prozent

Dänemark 0,7 Prozent.

Dabei werden schon seit Beginn der Pandemie in Dänemark wie in Großbritannien besonders viele Sequenzierungen durchgeführt.

Delta-Variante in Großbritannien, Russland und Portugal offenbar dominant

Die Financial Times hat andere Zahlen. In Großbritannien gehören inzwischen 98 Prozent aller Infektionen mit SARS-CoV-2 zur Delta-Variante, in Portugal offenbar 96 Prozent, in Russland laut FT 99 Prozent und 31 Prozent in Russland.

Für Deutschland ging die Financial Times schon am 21.6. von einem Anteil der Delta-Variante von 15 Prozent aus, für Italien von 26 Prozent und für Belgien von 16 Prozent.

Die Delta-Variante hat ersten Beobachtungen - vor allem aus Großbritannien - zufolge andere Symptome als das Ursprungsvirus. Sie ähnelt mit Schnupfen und Fieber eher einer gewöhnlichen Erklältung und ist daher für die Betroffenen oft schwieriger zu erkennen. Das bedeutet, dass sich Infizierte eventuell erst zu spät isolieren.

Wichtig bleibt im Kampf gegen die Variante das Impfen. Das unterstreicht auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Die aktuell zugelassenen Impfstoffe wirken Studien zufolge auch gegen die Delta-Variante, doch der Impfschutz greift erst nach der kompletten Immunisierung - also bei den meisten Vakzinen nach der zweiten Impf-Dosis.