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Mali: 13 verletzte Soldaten werden nach Deutschland ausgeflogen

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Von Euronews mit dpa
Ein Soldat der Barkhane-Truppe am Eingang des Stützpunktes in Gao, Ost-Mali, 06.06.2021
Ein Soldat der Barkhane-Truppe am Eingang des Stützpunktes in Gao, Ost-Mali, 06.06.2021   -   Copyright  AP Photo/Jerome Delay
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Die am Freitag durch einen Selbstmordanschlag verletzten deutschen Soldaten sollen nach Köln und möglicherweise auch nach Stuttgart geflogen werden. Am frühen Samstagmorgen war ein erster Evakuierungsflug von Deutschland aus gestartet. Der Airbus A400M der Luftwaffe flog vom Luftwaffenstützpunkt Wunstorf nordwestlich von Hannover nach Gao in Mali.

Die Maschine hat eine Intensivstation an Bord und wurde unter anderem in der Corona-Pandemie für die Verlegung von Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland genutzt.

Am Freitagmorgen um 6.28 Ortszeit hatte ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe eine Patrouille deutscher UN-Soldaten angegriffen und dabei 13 Menschen verletzt. Es handelte sich nach offiziellen Angaben um zwölf Deutsche und einen Belgier.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bestätigte am Freitag, von den Deutschen seien drei schwer verletzt. Zuvor hatte sie die Familien der Verletzten informiert.

Am Freitagvormittag waren die Verwundeten mit Hubrschraubern nach Gao in französische, chinesische und deutsche Sanitätseinrichtungen geflogen worden.

Zuletzt gab es in Mali zwei Militärputsche. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte eine grundsätzliche Neuausrichtung der französischen Militärpräsenz in der Sahelzone an - und ein Ende des französischen Anti-Terror-Einsatzes «Operation Barkhane». Bilaterale militärische Einsätze mit Mali wurden ausgesetzt, um den Druck auf den Krisenstaat und die Putschisten zu erhöhen. Frankreich - das islamistische Terroristen in der Sahelzone aktiv sucht und angreift - hat immer wieder getötete eigene Soldaten zu beklagen.

Gysi: "Höchste Zeit, die Soldaten abzuziehen"

Der Politiker der Linken Gregor Gysi forderte den Abzug der deutschen Soldaten aus Mali. Der Einsatz sei von Anfang an falsch gewesen, sagte Gysi, der außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Bundestag ist, zu dpa. "Man musste mit einem solchen terroristischen Angriff rechnen. Die Folgen sind schmerzhaft und extrem bedauerlich." Es sei "höchste Zeit, die Soldaten abzuziehen und sich um eine ernsthafte politische und diplomatische Vermittlung zu bemühen".

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), sagte ineinem Interview: "Die Nachrichten sind erschütternd. Meine Gedanken sind bei den Soldaten und ihren Angehörigen. Ihnen wünsche ich viel Kraft. Das Wichtigste ist, dass die Verletzten die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten und sicher nach Deutschland gebracht werden."

"Heute Morgen war eine temporäre Einsatzbasis der MINUSMA nahe des Dorfes Ichagara in der Gemeinde Tarkint, Region Gao, das Ziel eines Autobombenangriffs", schrieb die UN-Truppe MINUSMA am Freitag auf Twitter.

Die Bombe explodierte am Freitagmorgen gegen 06:30 Uhr (Ortszeit) und galt offenbar stehenden Fahrzeugen rund 155 Kilometer nördlich der Stadt Gao, wo Bundeswehrsoldaten im Camp Castor stationiert sind. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich die Soldaten noch in einer «Nachtaufstellung», also einer Art schützenden Wagenburg, wie aus einer Information des Einsatzführungskommandos an die Obleute hervorging.

Rund 900 deutsche Soldaten und Soldatinnen sind im Rahmen der "MINUSMA"-Mission der Vereinten Nationen in dem westafrikanischen Land stationiert. Sie soll den Friedensprozess unterstützen.