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Bulgarien vor der Wahl: ITN und der Kampf gegen das Establishment

Von Euronews
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Bulgarien vor der Wahl: ITN und der Kampf gegen das Establishment
Copyright  Diritti d'autore Valentina Petrova/AP
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Am kommenden Sonntag finden in Bulgarien Neuwahlen statt. Dann wird auch wieder „Es gibt ein solches Volk“ antreten. Die Partei, auch ITN (Abkürzung für "Ima takaw narod") genannt, konnte bei den Parlamentswahlen im April ein starkes Ergebnis einfahren.

Parteichef Slavi Trifonov meidet die Öffentlichkeit – er versucht seine Anhänger eher über die sozialen Netzwerke zu erreichen.

Während des Wahlkampfes ist er kaum in Erscheinung getreten. Seine Partei geht da traditionellere Wege, um Wähler zu mobilisieren Zum Beispiel mit Bürgerversammlungen im ganzen Land.

Absage an das Establishment

Immer wieder wird ITN kritisiert, keine klaren Ziele zu haben. In Razgrad gab die systemkritische, populistische Partei nun ihre Pläne für eine eventuelle Regierungsbeteiligung bekannt. In einem Punkt ist man sich sofort einig: Die Abgrenzung zu allen anderen Anti-Establishment-Parteien.

Die anderen beiden regierungskritischen Parteien sollten nicht bereit sein, mit den Establishment-Fraktionen zusammenzuarbeiten. Das werden Sie von uns nie hören.
GERB, die Sozialistische Partei, die Bewegung für Rechte und Freiheiten – mit diesen Parteien sollte niemand zusammenarbeiten, wenn es um die Regierung geht.
Toshko Yordanov
Vize-Parteichef ITN

Nach der Wahl im April weigerte sich ITN, eine Regierung zu bilden – die Unterschiede zu den anderen Parteien waren der Fraktion zu groß. Meinungsumfragen zufolge wird ein Regierungsbündnis auch dieses Mal sehr schwierig.

ITN: Weiterer Fahrplan erst nach der Wahl

Eine Regierung müsse in der Lage sein, ihre Arbeit zu machen. Sie dürfe nicht um ihrer selbst Willen existieren, sagt Partei-Vize Toshko Yordanov. "Ich habe keine Ahnung, was passieren wird. Es tut mir leid – mir ist klar, dass jeder interessiert daran ist, was wir als nächstes machen werden, doch wir müssen zunächst die Wahl abwarten. Dann werden wir entscheiden, was zu tun ist," so der Politiker.

Parteichef Trifonov gab kürzlich bekannt, er werde bei der Wahl nicht für das Parlament kandidieren. Die Ungewissheit über den Wahlausgang und die zukünftige Regierung wird so noch größer.