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Mexiko: Indigene bewaffnen sich gegen Drogenkartelle

Von Luis Nicolas Jachmann
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Mexiko: Indigene bewaffnen sich gegen Drogenkartelle
Copyright  AP (captura de pantalla)
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Sie sind bewaffnet mit Karabiner-Sturmgewehren vom Typ AR 15 und vom Kaliber 22. Ihr Logo: zwei gekreuzte Macheten - passend zu ihrem Namen: "El Machete". Im mexikanischen Bundesstaat Chiapas im Süden des Landes hat sich eine neue Selbstverteidigungs-Miliz formiert - bestehend aus tausenden Personen der indigenen Gruppe der Tzotziles und Tzeltales. Wo die Waffen herstammen, ist unklar. Sie selbst sagen, dass die Gefahrenlage in ihrem Heimatgebiet sie zu diesem Schritt bewegt habe.

Die Bedrohungen gehen in ihren Augen vor allem vom organisierten Verbrechen des Drogenmilieus aus. Nach Angaben von "El Machete" haben die örtlichen Drogenkartelle über 200 indigene Bewohner:innen auf dem Gewissen. Menschenrechtsbeobachter berichten zudem von über 2000 Menschen, die in den vergangenen Wochen aus ihrer Heimat fliehen mussten. Der Staat Chiapas an der Grenze zu Guatemala ist berüchtigt für mächtige Kartelle.

Die neue Miliz "El Machete"

Mächtige Drogenkartelle, schwache Staatsgewalt im Süden Mexikos

Die Zentralregierung hat hier Probleme das staatliche Gewaltmonopol auszuüben. Für Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador sind Selbstverteidigungsgruppen aber keine Lösung des Problems, sondern "führen nur zu weiterer Instabilität". Er kritisierte die Gründung von "El Machete".

Seit den 1990er Jahren haben sich immer wieder Selbstverteidigungs-Milizen im Süden Mexikos gebildet - vor allem als Reaktion auf Entführungen und Auftragsmorde durch die führenden Drogenkartelle von Sinaloa und Jalisco.