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Naturschützer geschockt: Great Barrier Reef kein "bedrohtes" Welterbe

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Von Euronews mit dpa
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Naturschützer geschockt: Great Barrier Reef kein "bedrohtes" Welterbe
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Trotz der Bedrohung durch den Klimawandel ist das Great Barrier Reef vor Australien einer Herabstufung als "gefährdetes" Welterbe entgangen. Die Unesco hat beschlossen, erst in zwei Jahren wieder über das weltweit größte Korallenriff zu beraten. Naturschützer zeigten sich geschockt und übten scharfe Kritik an der Entscheidung.

Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) traf die Entscheidung am Mittwoch auf seiner laufenden 44. Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou.

Das politisch besetzte Komitee folgte gleichwohl dem Wunsch Australiens, das einen Imageschaden verhindern wollte und die Mehrheit der 21 Mitgliedsländer auf seine Seite bringen konnte. Australien soll jetzt mehr Zeit bekommen und bis Dezember 2022 einen neuen Bericht über die Erhaltung des Great Barrier Reefs vorlegen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hob in der Diskussion aber hervor, dass das Riff bereits heute "alle Kriterien" für einen Eintrag als "gefährdet" erfülle.

Venedig kommt nicht auf die Liste

Auch Venedig kommt nicht auf die Liste der bedrohten Unesco-Welterben, weil Italien noch rechtzeitig reagiert und vor einer Woche ein Durchfahrtsverbot für Kreuzfahrtschiffe angekündigt hat.

Die Unesco hatte sich zuvor noch besorgt über die Auswirkungen des Tourismus und der Kreuzfahrtindustrie und die möglichen Schäden für Gebäude sowie über geplante Infrastruktur- und Bauprojekte in Venedig geäußert. Auch wurde auf die Auswirkungen des Klimawandels und extremer Wetterereignisse auf die Lagune und Bausubstanz verwiesen.

"Wir begrüßen insbesondere die lang erwartete Entscheidung der italienischen Regierung, die Durchfahrt großer Kreuzfahrtschiffe durch den Bacino von San Marco und den Giudecca-Kanal zu stoppen", erklärt Sneska Quaedvlieg-Mihailovic, Generalsekretärin von Europa Nostra.

"Das ist sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber wir warten auf weitere Maßnahmen, damit die großen Kreuzfahrtschiffe die Lagune ganz verlassen."

Liverpool verliert seinen Status als Weltkulturerbe

Die englische Hafenstadt Liverpool hat keine Begnadigung bekommen, sie hat ihnen Status als Weltkulturerbe verloren, weil die historischen Hafenanlagen zu stark überbaut wurden.

Es ist das dritte Mal in der Geschichte der Unesco, dass sie einen Titel aberkennt.

Das Komitee sieht den universellen Wert der Hafenstadt durch zahlreiche Bauprojekte beschädigt. Sechs Orte im historischen Zentrum und dem Hafengebiet Liverpools waren seit 2004 auf der Welterbeliste eingetragen. Sie zeugen von der Entwicklung der Stadt als eines der bedeutendsten Handelszentren der Welt im 18. und 19. Jahrhundert. Liverpool war wegweisend in der Entwicklung moderner Docktechnik, Transportsysteme und des Hafenmanagements. Die Stadt spielte eine große Rolle bei der Entwicklung des britischen Weltreichs.

Am Ende führte Liverpools Verzicht auf Änderungen an der Planung und neue Infrastrukturprojekte im historischen Hafengebiet sowie der bereits genehmigte Bau eines Fußballstadions am Bramley-Moore-Dock zur Aberkennung des Titels, wie die UN-Organisation mitteilte. In einem Unesco-Dokument hießt es, Liverpool habe längst seinen Charakter verloren, der zur Einstufung als Welterbe geführt habe.