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Belarus: Ein Jahr Massenproteste gegen Machthaber Lukaschenko

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Von Euronews
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Belarus: Ein Jahr Massenproteste gegen Machthaber Lukaschenko
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Mit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August 2020 begannen in Belarus die Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko. Er hatte sich nach mehr als 25 Jahren im Amt zum sechsten Mal den Sieg zusprechen lassen. Den Protesten folgten Verhaftungen, Folter und Verfolgungen der Opposition. Viele Aktivisten sind ins Ausland geflohen.

"Ich sehe keine Zukunft für meine Kinder hier in Belarus", sagt die Witwe des im August 2020 getöteten Demonstranten Alexander Taraikovsky. Ich will nicht, dass sie in der Schule und im Kindergarten mit Propaganda erzogen werden. Ich möchte, dass sie als freie Menschen aufwachsen."

Dem damals 34-jährigen Taraikovsky soll ein Sprengsatz in der Hand explodiert sein, den er auf Polizisten werfen wollte, so die Behören. Ein Augenzeuge berichtete, Taraikovsky sei auf die Polizisten zugelaufen, eine Explosion habe es aber nicht gegeben.

Die größten Demonstrationen fanden in den ersten Wochen nach der Wahl statt, Hunderttausende beteiligten sich an friedlichen Straßenaktionen - die größten in der Geschichte des Landes.

"Wir haben die Grausamkeit des Regimes unterschätzt"

"Unser Hauptfehler war, dass wir die Grausamkeit des Regimes unterschätzt haben", so die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja. "Wir waren nicht vorbereitet auf diese Folterungen, diese Gewalt. Und wir haben geglaubt, wenn Hunderttausende auf die Straße gehen, dann wird das Regime die Leute hören."

Lukaschenko hat seine Gegner wiederholt beschuldigt, für westliche Regierungen zu arbeiten, und verkündet, dass es ihm gelungen sei, einen Staatsstreich zu verhindern.

"Wir haben uns als stärker erwiesen als die Technologien der so genannten bunten Revolution." Die westlichen Ländern hätten verstanden, dass ihr Plan in Belarus nicht funktionieren würde, so Lukaschenko.

Die belarussischen Behörden haben seit den Wahlen mehr als 4.200 Strafverfahren gegen Demonstranten gemeldet. Das Menschenrechtszentrum Wasna listet über 35.000 Verhaftungen auf. Hunderte sind bereits verurteilt worden.

Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, mehrere wurden getötet.