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9 Mädchen des Robotik-Team aus Afghanistan nach Katar geflohen

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Von Euronews  mit AP, NPR, BBC
Mädchen aus Afghanistan, die bei Wettbewerb zu Robotertechnik mitmachen
Mädchen aus Afghanistan, die bei Wettbewerb zu Robotertechnik mitmachen   -   Copyright  Jacquelyn Martin/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.

Acht Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sowie ihre 25-jährige Lehrerin sind aus Afghanistan nach Katar ausgeflogen worden. Die jungen Frauen gehören zum sogenannten "Robotik-Team", das 2017 in den USA bei einem internationalen Computer-Wettbewerb mitgemacht und einen Sonderpreis gewonnen hatte. Das berichten zahlreiche Quellen - darunter NPR.

Die Computer-Spezialistinnen gelten als Vorbilder des neuen Afghanistan, in dem nach dem Ende der Herrschaft der Taliban 2001 Mädchen zur Schule gehen konnten. Das Team hatte in der Corona-Pandemie an aus Autoteilen einfach herzustellenden Beatmungsgeräten gearbeitet.

Doch seit die islamistischen Kämpfer auf dem Vormarsch waren, lebten die jungen Frauen, die aus Herat kommen, wie viele andere in Angst. Wenige Tage vor der Machtübernahme der Taliban in Kabul hatten sich mehrere Mitglieder des Robotik-Team um eine Ausreise aus Afghanistan bemüht.

"Als wir hörten, dass Kabul fallen würde, haben wir das Außenministerium von Katar kontaktiert, das schnell Visa für ihre Ausreise besorgt hat", erklärt Elizabeth Schaeffer Brown vom Digital Citizen Fund in den USA, der das Robotik-Team unterstützt, im Gespräch mit der BBC.

Jacquelyn Martin/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
15-Jährige aus Afghanistan beim First Global Robotics Challenge 2017 in WashingtonJacquelyn Martin/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.

"Wir glauben, dass sie in Sicherheit sind. Aber wir sind wirklich besorgt über die Berichte, die wir aus Afghanistan hören", sagt Kimberly Motley, eine US-Anwältin, die seit Jahren mit den jungen Frauen zusammenarbeitet. Nicht alle Mädchen aus dem Robotik-Team haben das Land verlassen. Motley betonte, die jungen Frauen seien nicht "gerettet worden". Durch ihre harte Arbeit hätten sie ihre Schicksal selbst in die Hand genommen.

Offenbar haben mehrere Universitäten den Mädchen Stipendien angeboten.

Viele Expertinnen und Experten wie Asiem El Difraoui gehen davon aus, dass es den Taliban an Know-how und an gut ausgebildeten Afghaninnen und Afghanen fehlt - und dass sie deshalb Regierungsbeamte, Lehrerinnen und andere Frauen brauchen, um das Land zu regieren.