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Vulkan auf La Palma: "Als wäre der Teufel am Werk"

Die Bewohner des kanarischen Dorfes Tazacorte hatten Logensitze beim Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma, waren darüber aber gar nicht erfreut.

"Es ist nichts Schönes daran", sagt Jose Carlos Bautista Martin, ein 70-jähriger Rentner, der mit anderen Dorfbewohnern zusah, wie der Vulkan heiße Lava in die Luft spuckte.

"Alles, was er hinterlässt, ist schwarze, dunkle Lava und eine intensive Flamme, die aussieht, als würde sie ewig brennt, er hört sich an, als wäre der Teufel selbst am Werk", fügt er hinzu.

Der Hafen von Tazacorte bietet einen perfekten Aussichtspunkt, um die Mündung des Vulkans zu beobachten sowie die Asche- und Lavahaufen, die Hunderte Meter unter seinem Gipfel ins Meer stürzen.

Auch Fischer Jesus Guillermo Hernandez (49) hasst den Vulkan. Hernandez landet normalerweise einen Fang im Wert von etwa 3.000 Euro im Monat, den er mit einem Kollegen teilt, aber die letzten vierzehn Tage kann er abschreiben. Er sorgt sich um seine laufenden Kosten. Seine Fischgründe sind jetzt von Lava verdrängt.

Jeder im Dorf kennt jemanden, der einen materiellen Verlust erlitten hat, - von in Lava versunkenen Häusern bis hin zur Arbeit in der Fischerei. Das gleiche Schicksal ereilt diejenigen, die in der Landwirtschaft oder im Tourismus arbeiten.

"Mein Sohn kommt nachts nach Hause und sagt mir: 'Mama, ich habe wieder einen Tag nicht gearbeitet, weil wir keinen einzigen Tisch hatten'", sagt Nieves Acosta, 56, über ihren Sohn, einen Kellner in einem Restaurant.

Die Acosta-Familie verlor ihr Zuhause. Das war der Strohhalm, der dem sprichwörtlichen Kamel den Rücken brach.

"Du redest über die Zukunft – welche Zukunft?", sagt Nieves. "Keine Fischerei, keine Landwirtschaft, was wird aus unseren Kindern?"