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Coronakrise: Katastrophaler Personalmangel auf deutschen Intensivstationen

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Von Andrea Büring
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Intensivstation eines Krankenhauses in Freising, 12. April 2021.
Intensivstation eines Krankenhauses in Freising, 12. April 2021.   -   Copyright  LENNART PREISS/AFP or licensors

In der Coronapandemie stoßen deutsche Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Vor allem große Kliniken im Süden und im Osten sind betroffen, in Thüringen ist die Lage dramatisch. Planbare Operationen werden verschoben, Erkrankte verlegt.

3.034 Corona-Patientinnen und Patienten lagen laut DIVI-Register am Sonntag auf der Intensivstation. 51% wurden künstlich beatmet. Zwar liegt die Auslastung unter dem Niveau der ersten Welle. Allerdings gibt es deutlich weniger Pflegekräfte.

Niklas Schneider ist Arzt an der Klinik München Schwabing. Er sagte,

Das ist eine Katastrophe, muss man sagen, die Patientenzahlen nehmen deutlich zu. Wenn wir uns die Inzidenzen und die Neuinfektionen der letzten zwei Wochen angucken, da sehen wir einen Anstieg von rund 30.000 auf 50.000. Und das hat sich auch widergespiegelt in der Belegungszahl bei uns.

So hat sich die Intensivbelegung in München in den vergangenen zwei Wochen verdoppelt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Nürnberg.

Dr. Armin Geise arbeitet auf der Intensivstation des Krankenhauses Nürnberg Nord.

Sicher ist die Delta-Variante, die bei uns vorherrscht, deutlich infektiöser. Sicher kommt die kalte Jahreszeit hinzu, die geöffneten Schulen. Die Rolle der ungeipmften Kinder - ist ja auch immer in der Diskussion - wird ihren Teil beitragen. Ein ganz multifaktorielles Geschehen. Ganz grundsätzlich ist es aber so, dass es nicht so wäre, wenn der Anteil der geimpften Bevölkerung deutlich höher wäre.

Angesichts der angespannten Lage fordern mehrere medizinische Verbände wie der Berufsverband der Deutschen Anästhesisten aus Nürnberg (BDA) und Deutsche Gesellschaft für Anästhesie & Intensivmedizin (DGAI)) ein entschiedeneres Eingreifen.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, sagte,

Was wir kurzfristig brauchen, ist 2G und auch 3G am Arbeitsplatz, weil wir im europäischen Ausland gesehen haben, dass es einen deutlichen Effekt auf die Erstimpfquote hat. Und das ist am Ende auch die einzige nachhaltige Lösung, die wir haben.

In einem offenen Brief appellierten die Verbände an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und dessen Amtskollegen auf Länderebene, Booster-Impfungen für alle einzuführen.