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Provokation oder Ablenkungsmanöver? Frankreichs Jäger wollen Wald-Polizisten werden

Mit seinem Vorschlag hat er für Kritik und Spott gesorgt: Der Chef des französischen Jägerverbands, Willy Schraen, will der Polizei im ländlichen Raum aushelfen.
Mit seinem Vorschlag hat er für Kritik und Spott gesorgt: Der Chef des französischen Jägerverbands, Willy Schraen, will der Polizei im ländlichen Raum aushelfen. Copyright GEOFFROY VAN DER HASSELT / AFP
Copyright GEOFFROY VAN DER HASSELT / AFP
Von Alexandra Leistner
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Der Chef des französischen Jägerverbands hat für seinen Vorschlag, "Kriminalität im ländlichen Raum und in der Umwelt" mitbekämpfen zu wollen eine Welle des Spotts geerntet. Dabei spielt vor allem der aktuelle Kontext eine Rolle.

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Immer wieder ist es in Frankreich in den vergangenen Wochen zu tödlichen Jagdunfällen gekommen. Vor diesem Hintergrund ist der Vorschlag des Chefs des französischen Jagdverbandes, lokalen Behörden im ländlichen Raum auszuhelfen, auf eine Welle des Spotts gestoßen.

Willy Schraen wird in diesen Tagen auf dem Kongress der Bürgermeister:innen in Frankreich als Sprecher erwartet. In einem Interview mit dem Journal du Dimanche (JDD) sagte er vorab, er sei überzeugt, dass die französischen Jäger:innen bei der "bürgernahen Polizeiarbeit eine Rolle zu spielen" hätten.

Er will den Lokalpolitikern eine "Partnerschaft" anbieten, um ausgewählten Mitgliedern seines Verbandes Polizeibefugnisse im Wald zu geben. Ziel sei es, "die ländliche Kriminalität und Umweltvergehen zu bekämpfen", so Schraen.

Diese Beamten "könnten morgen unter der Kontrolle des Staates und der Bürgermeister:innen weiterreichende Aufgaben haben, um sich um illegale Müllablagerungen, streunende Haustiere, Probleme mit motorisierten Fahrzeugen im Wald an sensiblen Stellen usw. zu kümmern". Dabei ginge es darum, Strafzettel auszustellen und frisch begangene Straftaten festzustellen.

Angesprochen auf die tödlichen Vorfälle der vergangenen Wochen sagte Schraen, er setzte sich jeden Tag dafür ein, "dass es nicht mehr zu solchen Unfällen kommt". Durch "intensive Sicherheitsschulungen" sollten Jäger:innen besser ausgebildet werden.

Zudem solle es für jemanden, der eine Person tötet oder schwer verletzt, nicht mehr möglich sein, seinen Jagdschein wiederzuerlangen. Er wies zuvor in einem Interview auch darauf hin, dass es immer weniger Unfälle gebe.

Ende Oktober war ein Mann, der mit seiner betagten Mutter im Wald spazieren ging, im Département Haute-Savoie in den Oberkörper geschossen worden. Ein 55 Jahre alter Jäger, der mit einer Gruppe anderer Jäger Wildschweine verfolgte, soll für den Unfall verantwortlich sein.

Am 7. November kam es im Département Aisne zu einem ähnlichen Vorfall. Dabei war ein 29 Jahre alter Jäger von dem Projektil eines anderen Jägers seiner Gruppe verletzt worden.

Am 1. November kam es in Montauban, nördlich von Toulouse, zu einem Jagdunfall, bei dem ein 47-Jähriger im Gesicht mit Bleischrot getroffen und schwer verletzt wurde.

Provokation oder ernst gemeinter Vorschlag?

Der grüne Umweltaktivist und Abgeordnete Yannik Jadot sprach von einer "Provokation". Er forderte ein Verbot für die Jagd während der Schulferien und an Wochenenden. Marine Tondelier, Abgeordnete des Stadtrats von Hénin-Beaumont und Regionalrätin der Region Hauts-de-France, fragte, ob es sich bei dem Vorschlag um einen Aprilscherz handle.

Der Journalist und Tierschützer Hugo Clément fragte: "Vielleicht sollten Sie erst einmal damit anfangen, keine Menschen mehr zu töten?"

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