Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Covid-Krise, Umwelt-Krise: "Überall leben Frauen und Mädchen in Gefahr"

Access to the comments Kommentare
Von su  mit dpa
euronews_icons_loading
Covid-Krise, Umwelt-Krise: "Überall leben Frauen und Mädchen in Gefahr"
Copyright  EP - Euronews

„Weltweit verschlimmern Konflikte, klimabedingte Naturkatastrophen, Ernährungsunsicherheit und Menschenrechtsverletzungen die Gewalt gegen Frauen“ - für die Chefin von UN Women, Sima Bahous, ist geschlechtsspezifische Gewalt (GBV) „eine globale Krise“. Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ (25. November) sagte sie: „Überall leben Frauen und Mädchen in Gefahr.“ Auch in Europa.

Eva Fodor, Professor of Gender Studies und Co-Direktorin des "Democracy Institute" der Zentraleuropäischen Universität (Central European University (CEU), New York/Wien:

"Ich meine, wir können nicht genug tun, um Frauen vor Gewalt zu schützen, besonders vor dem Hintergrund, dass diese Art von Gewalt wegen der Pandemie zunimmt und dass sich viele Regierungen weigern, eine Menge dagegen zu unternehmen."

In Afrika sind Frauen und Mädchen laut UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) in Wien dem höchsten Risiko für tödliche Gewalt im engsten Umfeld ausgesetzt, gefolgt von Ozeanien und dem amerikanischen Kontinent. In Europa und Asien ist dieses Risiko den UNODC-Angaben zufolge geringer. Das UNODC erstellte seine globale Analyse anhand von Daten aus 95 Ländern.

Eva Fodor:

"Einige Länder haben sogar einen Schritt zurück gemacht. Ungarn, Polen, die Türkei sind solche Beispiele. Die ungarische Regierung hat sich auch geweigert, die Istanbul-Konvention zu ratifizieren, Polen hat sich zurückgezogen"

Der Europarat hat 2011 die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt als völkerrechtlichen Vertrag ("Istanbul-Konvention") ausgefertigt, der 2014 in Kraft trat.

Eva Fodor:

„Die ungarische Regierung hat nicht viel getan, um die Gleichstellung von Männern und Frauen zu verbessern, tatsächlich weigert sich die Regierung, den Geschlechts-Bezug anzuerkennen – dies sei einer der Gründe, warum sie auch die Istanbul-Konvention abgelehnt habe. Das Argument: Es gibt keinen geschlechtsbezogenen Unterschied, nur einen biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Das benutzen sie als Ausrede, um die Maßnahmen der Europäischen Union zur Gleichstellung der Geschlechter nicht zu unterstützen und auch keine anderen Vorschriften einzuführen, die Frauen schützen könnten."

Nach Medienberichten (“WELT”) ist die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland in der Corona-Krise gestiegen (2020 158.477 Opfer polizeilich registriert, + 6 Prozent im Vergleich zu 2019) Zwei Drittel der erfassten Opfer seien Frauen.

su mit dpa