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"In drei Tagen über den Ärmelkanal": So ködern Schleuser ihre Opfer

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Von Euronews  mit AP / AFP
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Eine Rettungsweste am Strand von Calais (26.11.2021)
Eine Rettungsweste am Strand von Calais (26.11.2021)   -   Copyright  AP Photo/Rafael Yaghobzadeh

Der Schock sitzt tief. Dennoch wird es weiter Versuche geben, sagt Ahmad Waqar, ein junger Afghane in einem wilden Camp in Grand-Synthe bei Dünkirchen.

Von hier sind aller Wahrscheinlichkeit nach die 27 Migranten, die am vergangenen Mittwoch beim Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, ertranken, aufgebrochen.

Das Problem seien Schleuser, die falschen Versprechungen lockten, meint Ahmad Waqar. Auch er ist den Lügen eines Schleusers auf den Leim gegangen."Er sagte mir, in drei Tagen überquerst du den Ärmelkanal. Aber das war eine Lüge. Er hat mir das Geld abgenommen und ist abgetaucht. 150 Leute hat er ausgenommen, bevor er verschwand. Jeder hatte ihm 3.000 Euro gezahlt."

Der politische Streit zwischen Frankreich und Großbritannien um die Migranten spitzt sich zu. Ein Krisentreffen an diesem Sonntag in Calais mit europäischen Innenministern wird ohne die britische Vertreterin stattfinden.

"Dies ist ein langfristiges Problem", meint Kay Marsh von der Hilfsorganisation Channel Rescue. "Wie lange werden diese Küstenpatrouillen aufrechterhalten blieben? Tage, Wochen, Monate? Wir brauchen eine langfristige, nachhaltige Lösung."

Die Zahl der Rettungsaktionen hat sich seit August verdoppelt. Seit Januar haben mehr als 31.000 Migranten versucht, nach Großbritannien zu gelangen, fast 8.000 von ihnen wurden aus dem Meer gerettet.