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Ungeimpfte Patientin mit gefälschtem Gesundheitspass stirbt an Covid-19

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Von Euronews  mit AFP
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Impfgegner-Demo in Marseille im August 2021
Impfgegner-Demo in Marseille im August 2021   -   Copyright  AP Photo/Daniel Cole

Der gefälschte Impfnachweis ist einer französischen Corona-Patientin allem Anschein nach zum Verhängnis geworden.

Die 57-Jährige war mit Covid-Symptomen in das Raymond-Poincaré-Krankenhaus in Garches, einer Gemeinde in der Haupstadt-Region Île-de-France im Département Hauts-de-Seine, eingeliefert worden, versicherte jedoch bei der Aufnahme, vollständig gegen Covid-19 geimpft zu sein und legte einen Impfpass (pass sanitaire) vor, der gefälscht war, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte.

Die Patientin Aïcha, die keine Vorerkrankungen hatte, litt an einer schweren Form von Covid-19, die sich schnell zu einer lebensbedrohlichen Atemwegserkrankung entwickelte, berichtet Djillali Annane, der Leiter der Intensivstation, französischen Medien gegenüber.

Ärzte hätten frühzeitig neutralisierende Antikörper verabreichen können

Wenn die Ärzte gewusst hätten, dass die Patientin nicht gegen Covid-19 geimpft war, hätten sie ihr frühzeitig neutralisierende Antikörper verabreichen können, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko des Fortschreitens der Krankheit wirksam verringern, so der Mediziner weiter.

Seine eindringliche Warnung an ungeimpfte Patienten: "Verschweigen Sie dies den Ärzten nicht!" Ein gefälschter Impfausweis schütze nicht vor dem Virus und könne die behandelnden Arzt in die Irre führen.

"Verschweigen Sie dies den Ärzten nicht! Ein gefälschter Impfausweis schützt nicht vor dem Virus und kann den behandelnden Arzt in die Irre führen."
Djillali Annane
Leiter der Intensivstation Raymond-Poincaré-Krankenhaus in Garches

Es war der Ehemann der Patientin, der schließlich zugab, dass seine Frau nicht geimpft war. Er selbst sei zwar geimpft, hätte aber Schwierigkeiten gehabt, auch seine Frau davon zu überzeugen.

Diese habe den gefälschten Gesundheitspass im vergangenen Sommer gekauft, um ihre Stelle als Empfangsdame behalten zu können, sagte er dem französischen Nachrichtensender BFMTV. Seine Frau habe sich dann bei ihrem 13-jährigen Sohn angesteckt, der sich seinerseits in der Schule mit Covid-19 infiziert hatte.

Aus Angst vor Strafverfolgung Wahrheit verschwiegen

Er wolle Klage gegen den in Nizza ansässigen Arzt einreichen, der den gefälschten Impfpass auf den Namen seiner Frau ausgestellt haben soll.

Der Arzt versichert BFMTV zufolge, dass er selbst Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sei. Auch andere Ärzt:innen seien davon betroffen.

Die Patientin hatte die Ärzte schnell stutzig gemacht, weil sie weder Vorerkrankungen oder Komorbiditäten aufwies.

Dann ergab die Blutanalyse, dass die Antikörperwerte extrem niedrig waren, was nach einer vollständigen Impfung eigentlich nicht möglich sein sollte.

"Man darf nicht auf sein Leben wetten"

Der gefälschte Impfnachweis sei kein Einzelfall, unterstreicht der Chef der Intensivstation: "Wir haben mindestens einen weiteren Patienten ohne Antikörper, der eine schwere Form hat und weiterhin behauptet, geimpft worden zu sein."

Eine unverantwortliche Haltung, die Djillali Annane wütend macht. "Man darf nicht auf sein Leben wetten. Es gibt Informationen, die man seinem Arzt nicht vorenthalten kann, wenn man sich alle Chancen geben will, wenn man mit Sars-CoV-2 infiziert ist und eine schwere Form entwickelt."

Es sei wichtig, die Verantwortung für die Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, bis zum Ende zu übernehmen. Eine Frage von Leben und Tod, wie im Fall dieser Patientin.

400 Ermittlungsverfahren, "mehrere Tausend" Fälscher-Netzwerke

Gegen Netzwerke gefälschter COVID-19 Impfbescheinigungen sind in Frankreich etwa vierhundert Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, um diese Netzwerke aufzulösen, von denen die Polizei in Frankreich "mehrere Tausend" aufgedeckt habe, sagte Innenminister Gerald Darmanin.

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