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Doch eine Garten-Party? Dieses Foto setzt Boris Johnson erneut unter Druck

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Von Cornelia Trefflich
der britische Premierminister Boris Johnson verlässt den Regierungssitz in der Downing Street 10, 15.12.2021
der britische Premierminister Boris Johnson verlässt den Regierungssitz in der Downing Street 10, 15.12.2021   -   Copyright  AP Photo/Kirsty Wigglesworth

Wegen eines mutmaßlichen Arbeitstreffens im Garten seines Londoner Amtssitzes während des ersten Lockdowns gerät Premierminister Boris Johnson zunehmend unter Druck.

Nun hat die britische Tageszeitung "The Guardian" ein Foto des Treffens vom 15. Mai veröffentlicht, dass 19 Menschen in Grüppchen auf der Terrasse und im Garten zeigt. Auf Tischen sind Weinflaschen und Käseplatten zu sehen. Johnson sitzt im Beisein seiner Frau Carrie am Tisch auf der Terrasse.

Eine Tatsache, die vielen aufstößt, trotz der Beteuerung des Premiers, dass es sich um eine dienstliche Besprechung gehandelt habe. Denn in Großbritannien galten zu diesem Zeitpunkt strenge Kontaktbeschränkungen, es durften sich maximal zwei Personen verschiedener Haushalte draußen treffen, in einem Abstand von zwei Metern. Persönliche Treffen sollten nur stattfinden, wenn "absolut nötig".

Es ist nicht das erste Mal, dass Johnson vorgeworfen wird, gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen zu haben, mit anderen Partei-Kollegen Partys gefeiert und sich sozialisiert zu haben. Erst kürzlich war ein Video von einer Weihnachtsfeier mit Wein und Käse aufgetaucht, dass Johnson in die Bredouille brachte. Wegen der Vorwürfe sah er sich gezwungen, eine Untersuchung anzuordnen, die mit dem Rauswurf eines Kabinettssekretärs endete.

Auf die jüngsten Vorwürfe hagelt es aus der Opposition heftige Kritik. Die stellvertretender Labour-Chefin Angela Rayner nannte das jüngst aufgetauchte Bild einen "Schlag ins Gesicht der britischen Öffentlichkeit". Johnson halte sich nicht an die Regeln, die er für den Rest der Bevölkerung aufstelle, sagte sie weiter. Johnsons Regierung vertrete die Einstellung, "dass es eine Regel für sie und eine andere für den Rest gibt."

Die Anschuldigungen kommen zu einem besonders schlechten Zeitpunkt für den Premier. Erst musste sich Johnson aus den eigenen Reihen für seine Corona-Politik rügen lassen, nachdem er erneut strengere Corona-Maßnahmen angekündigt hatte, die eine Masken- und Impfpflicht einschließen. Dann folgte eine historische Wahlniederlage: die Tories verloren bei einer Nachwahl das Mandat in North Shropshire, mit großem Abstand. Am vergangenen Sonntag folgte dann der Rücktritt von Brexit-Minister David Frost.

Weitere Quellen • The Guardian