Treffen nur mit 10 Personen ab 28.12.: Scholz und Lauterbach hören nicht auf RKI

Impfen, impfen, impfen: Die Expert:innen vom RKI setzen auf Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Impfen, um die Omikron-Pandemie in den Griff zu bekommen.
Impfen, impfen, impfen: Die Expert:innen vom RKI setzen auf Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Impfen, um die Omikron-Pandemie in den Griff zu bekommen. Copyright Stefan Sauer/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Von Alexandra Leistner
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Die rasante Verbreitung von der Sars-CoV2-Variante Omikron hat das Robert-Koch-Institut dazu veranlasst, auf neue Maßnahmen zu drängen, um die Infektionswelle "von bisher noch nicht beobachteter Dynamik" einzudämmen.

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In Deutschland dürfen sich ab dem 28. Dezember nur noch 10 Personen privat treffen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Bei Ungeimpften dürfen nur zwei Personen zu denen, die im selben Haushalt leben, hinzukommen. Ausgenommen von diesen Einschränkungen sind Kinder unter 14 Jahren.

Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach halten sich damit nicht an die Vorschläge des Robert Koch-Institut,das Einschränkungen vor Weihnachten gefordert hatte. Offenbar wurde der RKI-Chef auf dem Treffen der Regierung mit dem Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer auch von Lauterbach kritisiert.

Auf Twitter gibt es unter dem Hashtag #DankeWieler Zuspruch für die RKI-Forderungen.

Was das RKI gefordert hat

Weil Omikron so viel ansteckender ist und auch von geimpften und genesenen Personen übertragen werden kann, drängt das Robert-Koch-Institut auf verschärfte Maßnahmen - auch schon vor Weihnachten.

Unter anderem sollten Reisen nur stattfinden, wenn sie "unbedingt notwendig" seien. Auch Kontakte sollten maximal beschränkt werden, wie aus dem überarbeiteten Strategiepapier des RKI hervorgeht.

Das RKI macht zudem Druck, dass Erst- und Boosterimpfungen jetzt so schnell wie möglich durchgeführt werden müssen, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern und die Krankenhäuser nicht in kürzester Zeit an ihre Belastungsgrenzen zu bringen.

Die Sorge ist zudem, dass bei der zu erwartenden hohen Infektionszahlen durch Omikron und zahlreiche kranken Personen, die nicht bei der Arbeit erscheinen können, eine Beeinträchtigung der kritischen Versorgungsstrukturen, etwa im Transportwesen und bei Produktionsketten, Energie, Polizei, Feuerwehr etc. die Folge sein könnte.

Notwendige Maßnahmen bis Januar 2022

"Die größten Effekte auf die Dynamik der Omikron-Welle sind von konsequenten und flächendeckenden Kontaktbeschränkungen und dem Einsatz von infektionspräventiven Maßnahmen zu erwarten", heißt es in dem Papier.

Diese "notwenigen Maßnahmen" sollten bis mindestens Mitte Januar gelten.

Zwar stehe in Deutschland die Omikron-Welle noch am Anfang, aus der Entwicklung im Ausland wisse man aber, "dass durch diese Variante mit einer Infektionswelle von bisher noch nicht beobachteter Dynamik gerechnet werden muss. Die Variante Omikron ist sehr leicht übertragbar und führt auch bei vollständig Geimpften und Genesenen häufig zu Infektionen, die weitergegeben werden können."

Die Regierung hat das nächste Corona-Treffen für den 7. Januar angekündigt.

Unter anderem sollen auch geimpfte und genesene Menschen ihre Kontakte reduzieren. Silvester soll nur mit einer Gruppe von maximal 10 Personen möglich sein, Kinder unter 14 Jahren sind von der Regelung ausgenommen.

Die Ergebnisse der Beratungen zwischen Kanzler Scholz und den Ministerpräsident:innen werden am Abend erwartet.

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