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Betrug in Impfzentrum in Wien: Pass ohne Pieks

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Von Johannes Pleschberger
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Betrug in Impfzentrum in Wien: Pass ohne Pieks
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Die Polizei ermittelt wegen Impfbetrugs in Österreichs größtem Covid-Impfzentrum in Wien. Dutzende Personen haben hier ohne Stich einen Impfpass erhalten. Wie hoch die Geldbeträge für die offenbar erkauften Zertifikate waren, ist noch unklar.

"Wir sind Anfang Dezember draufgekommen dass hier Impfbetrug stattgefunden hat", so Stefanie Kurzweil vom Samariterbund, der das Impfzentrum betreibt. "Das wurde uns vonseiten der Mitarbeiter herangetragen und hat sich dann auch bestätigt als wir verschiedene Computereintragungen überprüft haben."

Der Samariterbund vermutet zwischen 30 und 100 Betrugsfälle. Man könne im System aber nicht nachverfolgen, welche Impfungen tatsächlich stattgefunden haben und welche nicht.

Zwei Mitarbeiter wurden entlassen und bei der Polizei angezeigt. Kurzweil geht davon aus, dass aber noch weitere Personen involviert waren, da der Validierungsprozess bei einem Impfpass komplex sei. 

Mehrere Täter vermutet

Auch laut einem Ermittlungsbericht, welcher der Austria Presse Agentur vorliegt, dürfte es sich um deutlich mehr als zwei Verdächtige handeln. Offenbar lagen stapelweise leere Impfausweise und Impfstoffetiketten herum, die leicht zu entwenden waren. Als Reaktion wurden nun Sicherheitskontrollen für Angestellte eingeführt und das Impfzertifikat muss ab sofort an mehreren Stellen validiert werden.

Die Polizei konzentriert derzeit ihre Ermittlungen auf eine Person. "Am 11.12. soll eine 26-jährige Österreicherin in der Impfstraße per Telefon einige Namen erhalten haben, die sie dann ins Impfregister eingetragen haben soll", so Barbara Gass von der Landespolizeidirektion Wien. "Diese Personen dürften nicht geimpft worden sein. Das ist derzeit zumindest der Verdacht."

Der jungen Frau droht nun eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Wie zuverlässig ist die österreichische Impfquote?

Fraglich ist, ob es auch in anderen Impfzentren zu Betrug kommt. 

Österreich hatte im europäischen Vergleich lange eine niedrige Impfquote. Mittlerweile hat die Alpenrepublik aufgeholt und liegt mit einer Impfquote von rund 70% im EU-Durchschnitt.