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"Hallo Twitter": Olaf Scholz twittert jetzt selbst, um seine Politik zu erklären

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Von Alexandra Leistner
Ein kleiner Klick für einen Regierungschef aber ein großer Schritt in Sachen Kommunikation: Olaf Scholz ist jetzt auf Twitter! Merkel war dort nur über ihren Sprecher.
Ein kleiner Klick für einen Regierungschef aber ein großer Schritt in Sachen Kommunikation: Olaf Scholz ist jetzt auf Twitter! Merkel war dort nur über ihren Sprecher.   -   Copyright  Michael Sohn/AP

Dass Staats- und Regierungschefinnen und -chefs in den sozialen Medien präsent sind und dort auch persönlich Informationen veröffentlichen, ist eigentlich keine Neuigkeit. 

In Neuseeland gibt es abends regelmäßig Videobotschaften von Premierministerin Jacinda Ardern - auch mal unterbrochen von ihrer Tochter, die ins Bett gebracht werden will, in Indien gelang es Premier Narendra Modi, eine Wahl dank Millionen neuer Follower:innen für sich zu gewinnen und die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hat sich gefühlt meist nur auf Twitter abgespielt.

In Deutschland aber hatte sich Kanzlerin Angela Merkel in den vergangenen 16 Jahren damit begnügt, ihren Sprecher Steffen Seibert sporadisch auf Twitter Bekanntmachungen machen zu lassen. Sie selber aber verfasste in ihrer Amtszeit keine einzige 280 Zeichen lange Kurznachricht.

Dass Olaf Scholz, der die Wahl nach eigenen Angaben ja gewonnen hat, weil er Merkel so ähnlich ist, dem kanzlerischen Schweigen auf Twitter jetzt ein Ende setzt, fühlt sich deswegen wie ein Hauch Frische im politischen Alltag in Berlin an.

In seinem ersten Tweet, versendet an diesem Sonntag nach der Bundespräsidentenwahl schrieb Scholz: "Frank-Walter #Steinmeier hat den Bürgerinnen und Bürgern in schwierigen Zeiten Orientierung gegeben und mit Herzblut das höchste Amt im Staat bekleidet. Ich bin froh, dass er dies weiterhin tun wird. Herzlichen Glückwunsch, lieber #Bundespräsident! Und: Hallo, Twitter!"

Auf der Social Media Plattform wird der Bundeskanzler nach eigenen Angaben seine "Politik erklären",  ein Anspruch mit dem er sein Amt angetreten habe. Zum Zeitpunkt des Schreibens kam das gut an: Fast 100.000 Nutzer hatten seinen Kanal innerhalb der ersten 24 Stunden bereits abonniert.

Der weltweit erfolgreichste Politiker ist und bleibt übrigens US-Präsident Barack Obama. Um auf dessen 130,8 Millionen Follower zu kommen, bräuchte Scholz bei diesem Tempo etwa 3,5 Jahre - vor Ende seiner Amtszeit könnte er das also schaffen. 

Übrigens: Auch Papst Franziskus ist seit Beginn seiner Amtszeit auf Twitter unterwegs. Dass er selber seine Tweets verfasst, ist aber unwahrscheinlich.