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Wie ergeht es Putin? Reiche in Russland stellen sich gegen den Präsidenten

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Von Euronews  mit AFP, AP
Russlands Präsident Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin   -   Copyright  Sergei Guneyev/Sputnik

Laut Fotos der russischen Agentur Sputnik hat Russlands Präsident an diesem 1. März im Kreml in Moskau den Gouverneur von St Petersburg getroffen. Doch seit Tagen gibt es Gerüchte, Wladimir Putin halte sich tatsächlich irgendwo im Ural auf - an einem geheimen Ort.

Muss der Staatschef fürchten, von den reichen Russen belangt zu werden, die jetzt als Reaktion auf den Krieg gegen die Ukraine mit Sanktionen belegt wurden?

Die russischen Oligarchen Michail Fridman und Petr Aven, die beide auf der Sanktionsliste der westlichen Welt stehen, wollen justirisch gegen die Strafmaßnahmen vorgehen. Die Geschäftspartner Fridman und Aven haben angekündigt: "die fadenscheinige und unbegründete Grundlage für die Verhängung dieser Sanktionen anzufechten - und zwar energisch und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln".

Oligarch Fridman verurteilt den Krieg in der Ukraine

Der russische Milliardär Michail Fridman hatte aber schon zuvor den Krieg in der Ukraine in einem Brief an die Angestellten seines Fonds LetterOne verurteilt. Er war der erste russische Oligarch, der sich offen gegen den Konflikt aussprach, wie auch die Jerusalem Times berichtet. Der Krieg sei laut Fridman eine "Tragödie", die beide Länder "verwüsten" werde.

"Ich wurde in der Westukraine geboren, wo ich gelebt habe, bis ich 17 Jahre alt war. Meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben in Lwiw, meiner Lieblingsstadt", schrieb er in der Mitteilung, die am Sonntag wurde. "Aber ich habe auch einen großen Teil meines Lebens als russischer Staatsbürger verbracht, Unternehmen aufgebaut und zum Blühen gebracht. Ich bin dem russischen und dem ukrainischen Volk zutiefst verbunden und sehe den aktuellen Konflikt als eine Tragödie für beide an".

Russische Milliardäre verlieren Unsummen

Laut dem Magazin "Forbes" haben die 116 reichsten russischen Milliardäre seit dem 16. Februar bereits fast 100 Milliarden US-Dollar verloren. Diese Einschätzung basiert auf den Auswirkungen der Krise - wie fallenden Börsenkursen, Verfall des Rubel, Sanktionen usw. - und wurde noch vor der weiteren militärischen Eskalation erstellt.

"Wir sind gegen diesen Krieg"

Auch der Chef der Tinkov-Bank, der Brauereibesitzer Oleg Tinkov hat Putins Krieg kritisiert. Er schrieb auf Instagram zu einem Foto von sich mit seinen Kindern: "Jetzt sterben in der Ukraine jeden Tag unschuldige Menschen, das ist undenkbar und inakzeptabel! Staaten sollten Geld für die Behandlung von Menschen, für die Forschung zur Bekämpfung von Krebs und nicht für Krieg ausgeben.

Wir sind gegen diesen Krieg!"

"Ende des Staatskapitalismus"?

"Wir müssen dem Staatskapitalismus unbedingt ein Ende setzen". Das sind die Worte des russischen Oligarchen Oleg Deripaska, der zu den fünfzig Reichsten in Russland gehört. Angesichts der Sanktionen, die der Westen nach der russischen Invasion in der Ukraine verhängt hat, forderte der Milliardär und Gründer des Aluminiumriesen Rusal die Regierung in Moskau auf, "ihre Wirtschaftspolitik zu ändern". "Das ist eine echte Krise da draußen, und wir brauchen echte Krisenmanager", beklagte der Unternehmer Deripaska.

Die Familien der Soldaten

Viele Familien der russischen Soldaten wissen nicht wirklich, wo ihre Söhne und Männer sind. Am Sonntag hatte die Regierung in Moskau erstmals eingestanden, dass es Opfer unter den Truppen gibt, aber nicht wie viele von ihnen in der Ukraine getötet, verletzt oder gefangen genommen wurden.

An diesem Dienstag verlautete aus Russland, dass der Staat jede Familie eines gefallenen Soldaten 11.000 Rubel bekommen soll. Das sind etwa 85 Euro.

Beobachter:innen in Moskau gehen davon aus, dass die öffentliche Meinung gegenüber Wladimir Putin entscheidend von den Familien der Soldaten beeinflusst werden wird.