Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Russland schaut sich nach neuen Abnehmern für sein Gas um

Access to the comments Kommentare
Von Euronews
euronews_icons_loading
Wladimir Putin
Wladimir Putin   -   Copyright  Mikhail Klimentyev/Sputnik

Russland bekommt allmählich die Entschlossenheit Europas zu spüren, die Energieexporte aus Russland einzustellen, um die "Finanzierung der russischen Kriegsmaschinerie in der Ukraine" zu reduzieren.

Der Druck auf Russlands Energiemarkt wächst. Die Wirtschaft des Landes ist in hohem Maße von Rohstoffexporten abhängig, wobei die Einnahmen aus dem Verkauf von Rohöl, Erdölprodukten und Erdgas etwa die Hälfte des russischen Staatshaushalts ausmachen.

Auf einer Sitzung zur Entwicklung des russischen Energiesektors am Donnerstag, die in Teilen im Staatsfernsehen übertragen wurde, betonte Präsident Wladimir Putin dennoch, dass Europa nicht auf russisches Gas verzichten könne.   

Putin: Europa treibt die Preise für seine Bürger in die Höhe

"Unsere so genannten Partner aus unfreundlichen Ländern erkennen, dass sie auf russische Energieressourcen, darunter zum Beispiel Erdgas, nicht verzichten können. Einen sinnvoller Ersatz gibt es derzeit für Europa einfach nicht", so Putin.

"Aber trotz dieser für alle selbstverständlichen Wahrheit reden die europäischen Länder unentwegt davon, die russischen Lieferungen zu stoppen - und damit den Markt zusätzlich zu destabilisieren und im Alleingang die Preise vor allem für seine Bürger in die Höhe zu treiben."

Weiter hieß es aber auch, Russland wolle seine Rohstoffe künftig vermehrt in andere Weltregionen verkaufen. Wladimir Putin habe den Energieriesen Gazprom angewiesen, sich nach alternativen Absatzmärkten umzusehen.

Putin: Banken aus äußerst unfreundlichen Staaten halten die Überweisung zurück

"Es ist notwendig, die Exporte zu diversifizieren. Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit die Lieferungen nach Westen dennoch abnehmen werden. Daher müssen wir den Trend der letzten Jahre verstärken und Schritt für Schritt unsere Exporte auf die wachstumsstarken Märkte im Osten und Süden umorientieren", so Putin am Donnerstag in Moskau. 

Rund zwei Wochen nach der Umstellung auf Rubel-Zahlungen für russisches Gas hat Putin außerdem Zahlungsausfälle beklagt, die durch westliche Banken verschuldet worden seien. "Es sind Zahlungsausfälle bei Exportlieferungen russischer Energieressourcen zu beobachten. Die Banken aus diesen äußerst unfreundlichen Staaten halten die Überweisung von Zahlungen zurück"

Die EU hat bereits beschlossen, die Abhängigkeit von russischer Kohle zu verringern, und debattiert über ein Gas- und Ölembargo. Die Diskussionen sind schwierig, weil viele Länder von Russlands Rohstoffen abhängig sind. Aber die Tatsache, dass die baltischen Länder die Abnahme von russischem Gas bereits eingestellt haben, scheint zu zeigen, dass ein EU-weiter Schritt möglich ist - wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. 

***