Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Das schwarze Gold Angolas: Neustart der Kaffeeproduktion

Von Chris Burns  & Dinamene Cruz
euronews_icons_loading
Das schwarze Gold Angolas: Neustart der Kaffeeproduktion
Copyright  euronews

In dieser Folge von Global Angola zeigen wir, wie zwei angolanische Unternehmen die Kaffeeindustrie wiederbeleben. Angola will wieder zu einem der größten Kaffeeproduzenten der Welt werden.

In den Siebziger Jahren hatte das sogenannte angolanische schwarze Gold eine Produktionskapazität von etwa einer Viertelmillion Tonnen pro Jahr. Heute expandieren zwei angolanische Unternehmen auf den Weltmarkt.

Angolanischer Kaffee ist auf der ganzen Welt beliebt. Angola will wieder zu einem der größten Kaffeeexporteure der Welt werden.

Wiederbelebung historischer Anbaugebiete

Dafür werden historische Kaffeeanbaugebiete Angolas wiederbelebt. Café Cazengo ist einer der umtriebigsten Produzenten in dem landwirtschaftlichen Kernland östlich der Hauptstadt. Quiculungo ist eine der Städte im Land des Kaffees.

"In der Kolonialzeit hat Kaffee die Wirtschaft in Quiculungo angetrieben", erzählt Camila Paula, kaufmännische Leiterin bei Café Cazengo. "Der Ort entstand aufgrund der Kaffeeproduktion. Wir exportieren hauptsächlich in die USA. Aber wir haben auch eine Website, über die wir international verkaufen."

Camila Paula kommt aus dem Kaffeeland Brasilien. Und es war ein Brasilianer, der im frühen 19. Jahrhundert die Bohne in Angola kultivierte. In den Siebziger Jahren erreichte die Produktion fast eine Viertelmillion Tonnen pro Jahr. Nach dem Bürgerkrieg herrscht in Angola seit fast 20 Jahren Frieden. Das Land ist im Aufschwung.

Café Cazengo bezieht seine Bohnen von rund 500 Kaffee-Anbauern der Gegend. Sie gehören zu den 25.000 kleineren Plantagenbesitzern, die etwa die Hälfte der Kaffeeernte des Landes produzieren. Etwa 500 größere kommerzielle Farmen produzieren den Rest.

Café Cazengo arbeitet mit den Erzeugern zusammen, um die Produktivität zu steigern und den Lebensstandard der Bauern zu verbessern: "Gerade gibt es zum Beispiel das Projekt eines angolanischen Hochschulzentrums", so Paula. "Es soll den Kaffeebauern helfen, ihre Kooperativen zu organisieren."

Angolas Wirtschaft breiter aufstellen

Die Kaffeeproduzenten werden auch von einem EU-UN-Programm unterstützt. Es ist Teil der Bemühungen, den Privatsektor auszubauen und Angolas hauptsächlich auf Öl basierende Wirtschaft breiter aufzustellen. Die Landwirtschaft, die etwa 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Fazenda Vissolela ist einer der größeren landwirtschaftlichen Betriebe. Geschäftsführer Guilherme Diniz erzählt:

"Die Fazenda Vissolela produziert auf 1.000 Hektar Kaffeebohnen, die alle auf Spezialitätenkaffee ausgerichtet sind. Jede Sorte Arabica-Kaffee wird auf 100 Hektar angebaut, und 80 Prozent dieser Kaffeesorten sollen exportiert werden."

Und Énio Miranda, geschäftsführender Gesellschafter der Fazenda Vissolela, meint: _"Dieses Jahr haben wir bereits einen guten Umsatz. Nächstes und die kommenden Jahre werden wir ihn verdoppeln. Das ist der Beginn einer glänzenden Zukunft. Darauf können Sie wetten, denn Kaffee ist die Zukunft, er war unsere Vergangenheit, und er wird die Zukunft Angolas sein."
_

Angola eignet sich für den Kaffee-Anbau

Verschiedene Faktoren sprechen für den Kaffee-Anbau in Angola: "Die erste Voraussetzung ist die Höhenlage", so Diniz. "Wir befinden uns zwischen 1.200 und 1.300 Metern Höhe, was gut für die Qualität ist."

Und im Vergleich zu anderen Teilen der Welt profitiert Angola von geografischen Gegebenheiten und natürlichen Ressourcen, die für den Kaffee-Anbau von entscheidender Bedeutung sind. Diniz erklärt:

"Wir haben ein Gelände, das die Mechanisierung erleichtert. Und es gibt Wasser im Überfluss, was die Bewässerung erleichtert und die Produktivität erhöht."

Experten sehen ein großes Potenzial, darunter auch die in Frankreich ansässige Agrarforschungsgruppe CIRAD. An der von der EU unterstützten Studie waren Experten aus Angola, Argentinien, Portugal und Frankreich beteiligt. Cécile Bessou, Agrarökologie-Forscherin beim CIRAD:

"Vonseiten der lokalen Regierung, aber auch von internationalen Institutionen wie der Europäischen Union, ist man sehr interessiert daran, diesen Sektor wiederzubeleben. Und zwar auch mithilfe lokaler Akteure, die sehr aktiv sind und versuchen, dem Kaffeesektor in Angola wieder zu seinem früheren Glanz zu verhelfen."

Mit neuen landwirtschaftlichen Technologien und einem Aroma, das den Weltmarkt erobert hat, ist der angolanische Kaffee zurück.