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Frankreich erlässt internationalen Haftbefehl gegen Carlos Ghosn

Carlos Ghosn
Carlos Ghosn Copyright AP Photo/Hussein Malla, Arquivo
Copyright AP Photo/Hussein Malla, Arquivo
Von Katharina Sturm
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die französische Staatsanwaltschaft erlässt einen internationalen Haftbefehl gegen Carlos Ghosn. Dem ehemaligen Nissan-Renault Chef wird vorgeworfen Firmenvermögen in Millionenhöhe missbraucht zu haben.

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Die französische Staatsanwaltschaft hat einen internationalen Haftbefehl gegen den in Verruf geratenen ehemaligen Auto-Boss Carlos Ghosn erlassen.

2019 ist Ghosn in einer spektakulären Aktion in einem Koffer an Bord eines Privatjets aus Japan in den Libanon geflohen. Im Sommer vergangenen Jahres  wurden zwei Komplizen des Automanagers zu Haftstrafen von 24 und 20 Monaten verurteilt. Die beiden waren US-Bürger, ein Vater und sein Sohn, und haben vor Gericht bestätigt, Carlos Ghosn Ende 2019 bei seiner Flucht aus Japan geholfen zu haben. In Japan war er wegen finanziellem Fehlverhalten bereits auf Kaution auf freiem Fuß.

Als Reaktion auf die französischen Ermittlungen nach seiner Flucht hatte Ghosn beteuert, dasss er an das französische Justizsystem glaube und dass dieses es ihm ermöglichen werde, seine eigene Unschuld zu beweisen. In einem Interview mit der Associated Press im vergangenen Jahr zeigte sich Ghosn zuversichtlich, energisch und entschlossen, für die Wiederherstellung seines Rufs zu kämpfen.

Die Staatsanwaltschaft von Nanterre in Frankreich teilte am Freitag mit, dass der Haftbefehl gegen Ghosn nur einer von fünf sei, die sie ausgestellt hätten. Einer der anderen Haftbefehle, den die französische Justiz ausgestellt hat, geht unter anderem gegen Carole Ghosn - die Frau des Auto-Tycoons. Sie soll bei Befragungen in Tokio für ihren Mann gelogen haben.

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Carole und Carlos Ghosnïüînê^å·/Kyodo News

Der Haftbefehl gegen den ehemaligen Chef von Nissan und Renault stützt sich auf eine 2020 eingeleitete Untersuchung wegen Geldwäsche und Missbrauchs von Firmenvermögen. Es geht um mutmaßliche Zahlungen in Millionenhöhe zwischen der Renault-Nissan-Allianz und dem Autozulieferer SBA, Suhail Bahwan Automobiles, im Oman. Ghosn weist jegliche Vorwürfe zurück. Der Haftbefehl käme für ihn überraschend, so einer seiner Sprecher seines Presse-Teams. Das Presse-Team deutete auch an, dass der Haftbefehl unwirksam sei, da Ghosn "einem gerichtlichen Verbot unterliegt, das libanesische Hoheitsgebiet zu verlassen", wo er sich derzeit aufhält.

Im Libanon ist Ghosn derzeit nämlich vor einer Auslieferung sicher, da der Auto-Tycoon auch einen libanesischen Pass besitzt.

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