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"Unsinn": Klitschkos Antwort auf Brief der 28 deutschen Prominenten

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Von Euronews
Wladimir Klitschko
Wladimir Klitschko   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Als völligen Unsinn und gefährlichen Pazifismus kritisiert Wladimir Klitschko den Offenen Brief von 28 Prominenten aus Deutschland, in dem sie Olaf Scholz vor einem 3. Weltkrieg warnen.

"Wir werden unsere Identität nicht aufgeben, um den mörderischen Wahnsinn und die überholten Träume eines Diktators zu besänftigen", schreibt der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, Wladimir, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. 

"Und schon gar nicht, um einigen 'Intellektuellen' zu gefallen, die den Sinn für die Realität und die Vernunft verloren zu haben scheinen", so Klitschko weiter. 

Deutsche Prominente hatten Olaf Scholz vor 3. Weltkrieg gewarnt

Gemeint sind die Feministin Alice Schwarzer und weitere 27 Prominente wie Martin Walser, Dieter Nuhr, Juli Zeh oder Lars Eidinger, die am Freitag in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz appelliert haben, weder direkt noch indirekt schwere Waffen an die Ukraine zu liefern, um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kein Motiv für eine Ausweitung des Krieges auf die Nato-Staaten zu geben.

Von anderen wurden die Prominenten dafür im Netz als kurzsichtig und selbstbezogen kritisiert. 

"Es ist ein Brief aufgetaucht, in dem gefordert wird, diese Lieferungen (Anm. d. Red.: Waffenlieferungen) zu stoppen, da sie den Krieg verlängern würden. Der Text fordert uns auf, die Kämpfe einzustellen und die Waffen niederzulegen, um einen dritten Weltkrieg zu verhindern", schreibt Wladimir Klitschko auch auf seinem Linked-Profil.

Klitschko: Blinder Pazifismus ist gefährlich

Der frühere Profiboxer Wladimir Klitschko geht mit den Verfassern des Offenen Briefs hart ins Gericht. "Blinder Pazifismus ist genauso gefährlich wie glückselige Kriegstreiberei", schreibt er in dem Gastbeitrag. 

"Das absolut Gute ist nicht der Frieden, sondern die Freiheit und die Gerechtigkeit. Und um sie zu verteidigen, muss man kämpfen."

Klitschko weiter: "Unseren Widerstand als Kriegstreiberei zu beschreiben und als eine Provokation Putins darzustellen, ist völliger Unsinn." Für Putin sei schon die Existenz der Ukraine eine Provokation. 

Auch mehrere Bundestagsabgeordnete hatten einen in dem Brief geforderten Kompromisses als naiv kritisiert, man würde von der Ukraine quasi verlagen, sich zu ergeben.

Wer sich durch den Krieg belästigt fühle, sollte seinen Wertekompass ganz unkreativ mit dem Hammer geraderücken, schrieb zum Beispiel die Vorsitzende des Verteidigungsausschuss Maire-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) auf Twitter.

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