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Vermittler zwischen Kosovo und Serbien: Scholz empfängt Kurti, dann Vučić

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Von euronews
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Aleksandar Vučić und Olaf Scholz
Aleksandar Vučić und Olaf Scholz   -   Copyright  TOBIAS SCHWARZ/AFP

Serbien verfügt einerseits über traditionell enge Verbindungen zu Moskau, hat andererseits aber bereits im Dezember 2009 einen Beitrittsantrag zur Europäischen Union gestellt. Eine mögliche EU-Zukunft des Landes gehörte zu den Schwerpunkten des Gesprächs zwischen dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić in Berlin.

Scholz: „Aus der Perspektive muss eine Realität werden”

„Diese Beitrittsperspektive Serbiens, aber auch der anderen Länder, muss etwas sein, dass auch real gelingt und aus der Perspektive muss eine Realität werden”, sagte Scholz. „Ich glaube, das wichtigste Zeichen, das wir zur Kenntnis nehmen sollte, ist die Tatsache, dass Serbien zum Beispiel bei mehreren Beschlüssen, die gefasst worden sind, in der UN-Generalversammlung und anderswo, sehr klar die Haltung Europas auch mit vertreten hat, dass es sich hier um einen Angriffskrieg handelt, der sofort beendet werden muss”, so der Kanzler.

Vor zwei Wochen veröffentlichte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos das Ergebnis einer in Serbien durchgeführten Erhebung, demzufolge 40 Prozent der Befragten gegen einen EU-Beitritt des Landes sind.

Vučić erläuterte: „Es gibt keinen Zweifel, dass sich Serbien entschieden hat, den europäischen Weg zu gehen. Auf diesem Weg werden wir bleiben. Unabhängig davon, dass Meinungsumfragen in Serbien derzeit zeigen, dass dies nicht der beliebteste Weg ist. Was uns betrifft, so werden wir uns weiterhin für diesen Weg starkmachen."

Normalisierung der Beziehung Voraussetzung für EU-Zukunft

Vor seinem Gespräch mit Vučić empfing Scholz Kosovos Ministerpräsident Albin Kurti in Berlin. Am Abend war auf Vermittlung des Kanzlers ein informelles Treffen zwischen Vučić und Kurti geplant. Serbien erkennt das Kosovo nicht als eigenständigen Staat an, das Verhältnis ist angespannt. Eine Normalisierung der Beziehung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine mögliche EU-Perspektive beider Länder.