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Gegenseitige Überflugverbote: So wirkt sich der Krieg in der Ukraine auf Reisen aus

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Von Serguei Doubine
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Kurz nach der Invasion in die Ukraine sperrten die EU, die USA und Kanada ihren Luftraum für russische Airlines, Moskau revanchierte sich kurze Zeit später und verbot den Überflug über sein Hoheitsgebiet. Die gegenseitigen Sanktionen haben zu Flugausfällen und kostspieligen Umwegen geführt, die Jets müssen nach Süden ausweichen und dabei die Spannungsgebiete im Nahen Osten meiden.

Die Fluggesellschaften stellen sich auf möglicherweise langwierige Sperrungen wichtiger Ost-West-Flugkorridore ein, denn auch die Vereinigten Staaten und Kanada haben als Reaktion auf den Einmarsch Russlands in der Ukraine ähnliche Maßnahmen ergriffen.

Als Vergeltung hat Russland Fluggesellschaften aus Dutzenden Ländern, darunter alle 27 Mitglieder der Europäischen Union, mit einem Einflugverbot belegt, nachdem sich die EU-Minister darauf geeinigt hatten, russischen Flugzeugen, darunter auch den Privatjets der Oligarchen des Landes, die Einreise zu verweigern.

In jüngster Zeit waren europäische und US-amerikanische Fluggesellschaften gezwungen, größere Umwege zu fliegen.

Es gibt erhebliche Umleitungen für europäische Flüge nach Asien, die über russisches Gebiet gingen. Finnair muss nach Japan 4 Stunden länger fliegen als vorher.
Henrik Hololei
Generaldirektion für Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission

"Und auch die anderen Fluggesellschaften leiden natürlich darunter, dass ihre Flüge von Europa nach Asien jetzt 1 bis 2 Stunden länger dauern als früher, mehr Treibstoff verbrauchen, mehr kosten und so weiter." so Hololiei. 

Auch russische Verkehrsflüge sind betroffen. Die russische Aeroflot teilte mit, dass sie bis auf weiteres alle Flüge nach Europa gestrichen und auch Flüge zu einigen mittelamerikanischen Zielen wegen der Sperrung des kanadischen Luftraums abgesagt hat. Zudem besteht die Flotte der Aeroflot überwiegend aus im Westen geleasten Flugzeugen, die außerhalb Russlands sofort beschlagnahmt werden könnten. 

Die Daten des Flugverfolgungsdienstes FlightRadar24 zeigen einen leeren Himmel über der Ukraine und Teilen Russlands. 

Die russische Tourismuswirtschaft ist praktisch zusammengebrochen

Daten des Reiseberatungsunternehmens ForwardKeys zeigen, dass die Zahl der Flugstreichungen von und nach Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine sprunghaft anstieg. Am 25. Februar, dem Tag nach dem Beginn der Invasion, wurde jede Buchung für Reisen nach Russland durch sechs Stornierungen bereits bestehender Buchungen aufgewogen.

Die höchsten Stornierungsraten - in der Reihenfolge ihres Umfangs - verzeichneten Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Indien und die Türkei.

Die Invasion löste auch einen Einbruch auf dem Markt für Auslandsreisen nach Russland aus. Zypern, Ägypten, die Türkei, das Vereinigte Königreich, Armenien und die Malediven waren die Reiseziele, die vom 24. bis 26. Februar die höchsten Stornierungsraten aufwiesen.

"Die russische Tourismuswirtschaft war gerade dabei, sich von der Pandemie zu erholen, und wird nun einen weiteren schweren Schlag erleben. Dies wird auch schwerwiegende Auswirkungen auf Reiseziele haben, die stark von russischen Besuchern abhängig sind", so Olivier Ponti, VP Insights von ForwardKeys.