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100 Tage Krieg in der Ukraine - Eine Bilanz des Horrors

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Von Euronews
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Ukraine
Ukraine   -   Copyright  Natacha Pisarenko/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Vor 100 Tagen, am 24. Februar, ertönten in Kiew die Sirenen und das Undenkbare wurde zur schrecklichen Realität. Während die Panzer über die Grenze rollten, wurden die Hauptstadt und andere Gebiete aus der Luft angegriffen, um das Land in einem Blitzkrieg zu überwältigen. Von Anfang an waren Zivilisten unter den Opfern.

100 Tage - Eine Bilanz des Grauens

In den ersten Tagen suchten die Menschen unter dem ständigen Bombardement Zuflucht in Kellern und U-Bahnen, schließlich flohen sie massenhaft aus dem Land. Die EU öffnete ihre Türen.

5,3 Millionen Ukrainer:innen sind seither in die EU geflüchtet. In den vergangenen Wochen sind laut Frontex  allerdings mehr Menschen in die Ukraine zurückgekehrt, als das Land verlassen haben. Insgesamt sollen das seit Kriegsbeginn 2,3 Millionen sein, die in ihr Heimatland zurückgekehrt sind.

Anfang März schien Russlands Ziel, das Land zu erobern und die Regierung zu stürzen, in die Ferne gerückt. Angesichts des erbitterten ukrainischen Widerstands und den militärischen Problemen bei den Invasoren stieg 

Die Ukrainer ließen sich von Präsident Selenskyj inspirieren, der in militärgrünem Pulli trotzige Botschaften von Kiews Straßen aus verbreitete. Im Gegensatz dazu wirkte Wladimir Putin isoliert und unbeteiligt, Berichten zufolge fassungslos über die Misserfolge seiner Armee.

Als sich die russischen Truppen aus dem Raum Kiew zurückzogen, rächten sie sich an der Bevölkerung. Brutale Massaker in Butcha und anderswo führten zu Anklagen wegen Kriegsverbrechen. Während sich die Gräueltaten häuften, verhängte der Westen immer härtere Sanktionen gegen Russland und erhöhte die Militärhilfe für die Ukraine. Die NATO wurde nach Jahren der Stagnation wieder gestärkt.

Im Mai war der Angreifer allmählich aus dem Norden und Westen zurückgedrängt. Russland musste seine wichtigsten Ziele vorerst aufgeben. Die neu formierte und mit Nachschub versorgte Kriegsmaschinerie des Kremls konzentrierte sich auf den Donbas und den Südosten. 

Die völlig zerstörte Hafenstadt Mariupol fiel schließlich. Danach wurde das strategisch wichtige Sewerodonezk im Donbas zum nächsten Schlachtfeld. Die russischen Streitkräfte rücken nun Stück für Stück vor.

Die Ukrainer warten auf versprochene Waffen aus dem Westen mit dem sie das Blatt noch einmal zu ihren Gunsten wenden wollen. Doch nach 100 Tagen sieht es nach einem langen Zermürbungskrieg aus.

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