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Proteste: Inflation macht immer mehr Iren arm

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Von Ken Murray, su
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In Irland können viele wegen der jüngsten Preis-Erhöhungen bei Kraftstoff, Lebensmitteln, Mieten und Energie ihren Lebensstandard nicht halten. Laut einer neuen Studie (Social Justice Ireland) lebt inzwischen einer von fünf Menschen in Armut. Fast eine Million Iren (952.185) haben demnach weniger als 60 Prozent  des mittleren Einkommens zur Verfügung (Armutsgrenze laut Zentralamt für Statistik: 60 % des Medianeinkommens).

Am Samstag gingen die Menschen in Dublin auf die Straße, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, darunter auch viele besonders belastete Rentner. Viele fürchten eine vorhergesagte Rentenlücke, die noch auf ein Konzept der Regierung wartet. Ein „nationaler Reserve Fonds“ seit 2001 zu diesem Zweck war in das Management der Bankenkrise geflossen und nicht wieder aufgefüllt worden.

Ein Elektriker im Ruhestand: 

„Es geht um eine Abgabe auf unsere Renten, um das auszugleichen, was von der Regierung aus unseren Renten ‚gestohlen‘ wurde. Letztendlich geht es um einen staatlich gefördertem finanziellen Missbrauch älterer Menschen.“

Alle Berufe sind von den steigenden Lebenshaltungskosten betroffen. Aber vor allem Pflegekräfte verlassen ihren Sektor, weil alles immer teurer wird.

PFLEGEKRÄFTE

**Phil Ní Sheaghdha,**Verband der irischen Krankenschwestern (Irish Nurses’ Union):

„Nun, im Moment stellen wir fest, dass es sehr schwierig ist, Krankenschwestern und Hebammen zu halten, besonders in großen städtischen Zentren, wo weit mehr als die Hälfte des Gehaltes für die Mieten draufgeht. Ein großes Problem mit der Anwerbung von Krankenschwestern aus Nicht-EU-Ländern kommt dazu. Sie schauen auf ihr Gehalt, sie treffen wichtige Lebensentscheidungen und stellen dann fest, dass sie mehr als 50 Prozent für Miete und Verkehrsmittel ausgeben. Oft ist auch keine Unterkunft in der Nähe des Arbeitsplatzes zu kriegen.“

ÖFFENTLICHER DIENST

Selbst Öffentlich Bedienstete haben wegen der Lebenshaltungskostenkrise Mühe, über die Runden zu kommen.

**Eoin Ronayne,**Gewerkschaft Forsa:

„Tatsache ist: Für viele unserer Mitglieder in den unteren Tarifgruppen ist die Miete zu einem großen Problem in diesem Land geworden. Junge Arbeitnehmer, die ich vertrete, können sich die Mieten einfach nicht leisten oder Geld zur Seite legen, um eine eigene Immobilien zu kaufen. Das wird durch steigende Lebensmittel- und Energiekosten noch verstärkt.“

Die Organisatoren des landesweiten Protests fordern ein Notfallbudget der Regierung, um zu verhindern, dass sich eine bereits schwierige Lage weiter dramatisiert.

Richard Boyd-Barrett, Partei “Menschen vor Profit” (People Before Profit Party):

„Die Menschen haben bereits Tausender an Einkommen verloren, es gibt eine Rekordzahl von Obdachlosen und Leuten, die sich zwischen Heizung und Essen entscheiden müssen. Wir brauchen dringend ein Maßnahmenpaket, um die Wohn- und Mietkosten, die Kosten für Grundgüter und Energie zu bewältigen und sicherzustellen, dass Lohn- und Einkommenssteigerungen mit der steigenden Inflation mitkommen.“

Ken Murray, Euronews:

„Zu diesem Protest in Dublin ist es gekommen, weil immer mehr Iren sich immer mehr ärgern über die steigenden Lebenshaltungskosten und das sinkende verfügbare Einkommen in ihren Taschen. Wenn die irische Regierung nicht bald notleidenden Familien mit einem sogenannten Mini-Budget beispringt, könnten diese Proteste immer wieder aufflammen, wenn der Winter näher kommt.“

Ken Murray, su