Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Stoltenberg: Ukraine-Krieg kann sich noch über Jahre hinziehen

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit dpa, AP
euronews_icons_loading
Ukrainische Soldaten feuern aus einer von den USA gelieferten Haubitze M777 auf russische Stellungen in der ostukrainischen Region Donezk, 18.06.2022.
Ukrainische Soldaten feuern aus einer von den USA gelieferten Haubitze M777 auf russische Stellungen in der ostukrainischen Region Donezk, 18.06.2022.   -   Copyright  Efrem Lukatsky/The Associated Press

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rechnet damit, dass der Krieg in der Ukraine sich über Jahre hinziehen könnte. Auch wenn die Kosten dafür enorm seien und die Preise für Lebensmittel und Energie steigen, dürfe man in der Unterstützung der Ukraine nicht nachlassen. Trete man Russlands Präsidenten nicht entschieden entgegen, werde man einen viel höheren Preis bezahlen, so Stoltenberg gegenüber der "Bild am Sonntag". Er erwarte, dass mit Hilfe weiterer Waffenlieferungen die russischen Truppen erfolgreich aus dem Donbas vertrieben werden könnten.

"Wir können sagen, dass es in der letzten Woche zu einer Stabilisierung der Frontlinie gekommen ist, der Feind ist erschöpft und kann keine Offensivoperationen mehr durchführen. Dank der professionellen und hochwertigen Arbeit unserer Artilleristen kann er auch keine Offensivaktionen fortsetzen", meint Wolodymyr Kapusta, ein ukrainischer Soldat.

Im der separatistischen Volksrepublik Donezk töteten die ukrainischen Streitkräfte durch einen Angriff fünf Menschen, 12 weitere wurden verletzt, wie die örtlichen Behörden in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung mitteilten. 

Kämpfe in der Ostukraine gehen weiter, russische Raketen treffen Region Dnipro

Derweil gehen die Kämpfe um die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk unvermindert weiter. Die Verwaltungshauptstadt der Region Luhansk sah sich mit schweren russischen Artillerieangriffen konfrontiert, ein Sturm ukrainischer Stellungen im Industriegebiet Azot der Stadt hingegen scheiterte. In dem Werk Azot haben 568 Zivilisten Unterschlupf gefunden, darunter 38 Kinder. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Luhansk Serhij Hajdaj weigern sich sich, das Werk zu verlassen. 

Auch Gebiet um Charkiw, rund 240 Kilometer nordwestlich von Sjewjerodonezk, setzen russische Truppen gegen eine Reihe von Ortschaften Artillerie ein - von ukrainischer Seite hieß es, dass russische Einheiten in der Region Krasnopillja hohe Verluste hinnehmen mussten.

Der russische Vormarsch auf den Raum Slowjansk-Kramatorsk, in dem das Hauptquartier der ukrainischen Streitkräfte im Donbass liegt, kommt weiterhin nicht so recht voran.

Erfolge erzielten die russischen Streitkräfte um die zentralukrainische Stadt Dnipro. Dort seien Industrieanlagen getroffen worden, darunter ein Deport im Kreis Nowomoskowsk. Elf Menschen seien verletzt worden, wie der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, mitteilte. In der Nähe der Stadt Isjum trafen russische Raketen eine Fabrik, die Gas verarbeitet. Dort gab es einen großen Brand.

Selenskyj besucht Front und die Südukraine

Unterdessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Frontregion Mykolajiw und anschließend in die Hafenstadt Odessa besucht. In den Ukrainern stecke mehr Lebenswille als Russland Raketen habe, sagte er im Anschluss und versprach den bedrohten Ortschaften Schutz. Für die bereits besetzten Gebiete kündigte er Rückeroberung an - dabei werde die Ukraine auch den sicheren Zugang zum Meer wiederherstellen und die Lebensmittelexporte über die Häfen wieder aufnehmen.