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10 Jahre Higgs-Boson: Teilchenbeschleuniger nach Jahren wieder auf Touren

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Von Euronews
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Teilchenbeschleuniger (Large Hadron Collider - LHC)
Teilchenbeschleuniger (Large Hadron Collider - LHC)   -   Copyright  Martial Trezzini/AP

Der 10. Jahrestag der Entdeckung des Higgs-Boson rückt näher. Am 4. Juli 2012 meldeten die Wissenschaftler der europäischen Organisation für Kernforschung CERN die Existenz des lange gesuchten Teilchens, das den Ursprung der Masse erklärt.

François Englert und Peter Higgs, wurden dafür später mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. 

Im frühen Universum gab es keine Teilchen mit Masse, sie bewegten sich alle mit Lichtgeschwindigkeit. Sterne, Planeten und sogar Leben konnten schließlich entstehen, weil die Teilchen ihre Masse in Verbindung mit dem Higgs-Boson erhielten.

Forschungsauftrag erfüllt, und nun?

Der Nachweis des Higgs-Bosons war eines der Hauptziele, warum der weltgrößte Teilchenbeschleuniger (Large Hadron Collider - LHC) in Genf gebaut wurde. Ist dessen Mission damit erfüllt? Gibt es noch etwas zu entdecken?

Kritiker sagen, die Daseinsberechtigung des mit Milliarden an Forschungsgeldern unterhaltenen Teilchenbeschleunigers sei abgelaufen. Die Kritik kommt hauptsächlich von der Forschungskonkurrenz in den USA.  

Am CERN hofft man nun neue Kapitel wissenschaftlicher Entdeckungen schreiben zu können. Während einer dreijährigen Wartungspause wurde der weltgrößte Teilchenbeschleuniger zum dritten Mal in seiner Geschichte aufgerüstet.

In der Maschine, die die Ursprünge der Materie und des Universums erforscht, sollen Kollisionen mit einer noch nie dagewesenen Energie stattfinden. Die Kollision von Teilchen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit im absoluten Vakuum und bei der niedrigsten Temperatur im Universum (-271,3°) ermöglicht es den Wissenschaftlern, Daten über die Fragmentierung von Teilchen, ihre Wechselwirkungen oder das Vorhandensein neuer subatomarer Teilchen zu sammeln, aber auch die Grenzen unseres Wissens über Themen wie dunkle Materie oder Antimaterie zu erweitern. Die Jagd nach neuer Physik beginnt am 5. Juli.

Neue Rekorde, neue Entdeckungen?

"Wir werden im Teilchenbeschleuniger zum ersten Mal eine Rekordenergie von 6,8 Billionen Elektronenvolt pro Strahl zur Kollision bringen. Bei dieser Energie wird die Kollision bei 13,6 Tera-Elektronenvolt stattfinden, das wird ein echter Rekord für das Experiment sein", sagt Ingenieurin Delphine Jacquet. 

"Von diesem Moment an werden die Daten für einen langen Zeitraum von 3 Jahren gesammelt, in der Hoffnung, dass wir neue Entdeckungen und interessante Dinge aus diesen Kollisionen gewinnen können."

In dem 27 km langen Teilchenbeschleuniger, der sich in hundert Metern Tiefe befindet, werden Teilchen in entgegengesetzter Richtung mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinandergejagt. Hochempfindliche Instrumente können Daten 30 Millionen Mal pro Sekunde aufzeichnen.

Durch die Untersuchung des unendlich Kleinen wollen die Forscher das unendlich Große verstehen und Lücken im Wissen um den Ursprung des Universums schließen.

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