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Ermittler untersuchen Unglücksstelle nach Flugzeugabsturz in Griechenland

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Von euronews  mit dpa
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Es war eine Beinahekatastrophe - nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Maschine auf bewohntes Gebiet gestürzt wäre.
Es war eine Beinahekatastrophe - nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Maschine auf bewohntes Gebiet gestürzt wäre.   -   Copyright  AP Photo

Nach dem Absturz einer Frachtmaschine in Griechenland mit acht Toten haben die Ermittlungen zur Unglücksursache begonnen. Die Antonow An-12 war mit Munition beladen von Serbien aus gestartet und auf dem Weg nach Bangladesch.Über der Nordägäis meldete der Pilot Probleme mit einem Triebwerk und beantragte eine Notlandung. Aber schon vorher stürzte die Maschine in ein Feld.

"Das Flugzeug hat schon gebrannt, bevor es abgestürzt ist. Es gab eine Riesenexplosion, als es aufprallte. Es gab einen Feuerball wie bei einer Atombombe. Danach noch weitere Explosionen, 20 oder 30."
Augenzeuge des Flugzeugabsturzes

Wäre der Flugzeug mit seiner Ladung auf bewohntes Gebiet gestürzt, hätte es eine Katastrophe gegeben.

Augenzeugen sagten, die Polizei habe sie aufgefordert, die Fenster zu schließen. Die Rettungskräfte hatten über beißende Dämpfe an der Unglücksstelle geklagt. Eine erste Untersuchung brachte aber keine Hinweise auf giftige Stoffe in der Luft. Die Ermittlungen gehen aber weiter.

 Im Laufe des Sonntags konnten bereits sieben der acht Toten geborgen werden. Der Zeitung "To Proto Thema" zufolge soll auch die Blackbox des Fliegers entdeckt worden sein.

Drohnenaufnahmen zeigten ein Bild der Verwüstung - eine gewaltige Schneise zog sich über die Felder, von der Maschine selbst waren nur noch Trümmer übrig. Als kurz nach dem Absturz die Rettungskräfte eintrafen, stellten sie zusätzlich zum Rauch der brennenden Überreste auch beißende Dämpfe fest. Zudem gab es rund um die Unglücksstelle ständig Explosionen. Die Feuerwehr zog sich daraufhin zurück und sperrte das Gebiet ab. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten.

Eine Sondereinheit der griechischen Armee, vergleichbar mit der ABC-Abwehrtruppe der Bundeswehr, begann am Sonntag mit der Untersuchung der Trümmer. Die Experten können atomare, biologische und chemische Kampfstoffe und andere Gefahrstoffe aufspüren. Zuvor hatten Feuerwehrleute und Anwohner über Atemwegsprobleme geklagt. 

Bei einer Pressekonferenz gab der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic eine erste Entwarnung. Die Maschine habe 11,5 Tonnen Munition für Mörsergranaten an Bord gehabt. Solche Munition werde in Serbien produziert. Das Flugzeug habe alle Genehmigungen für den Transport gehabt. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zurück. Das Flugzeug gehöre lediglich einer  ukrainischen Fluggesellschaft. Geplanter Abnehmer der Munition sei jedoch das Verteidigungsministerium von Bangladesch gewesen.

Anwohner und Landwirte der zwei Dörfer Paleochori und Antifilippi in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle wurden im Laufe des Tages dazu aufgerufen, vorerst nicht auf die Felder zu gehen.